Tumorkranke wohnortnah betreuen

Den Aufbau eines regionalen Tumortherapiezentrums beabsichtigt der neue Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Weilheimer Krankenhaus, Professor Dr. med. Rudolf Bumm. Weilheim stelle dafür „ein gutes Umfeld“, weil onkologische Praxis und Strahlentherapie bereits vorhanden seien, erklärte der Mediziner am vergangenen Donnerstag.

Am Weilheimer Klinikum sollen künftig auch „komplexe Operationen“ – wie an Speiseröhre, Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse – durchgeführt und der Bevölkerung eine wohnortnahe Behandlung ermöglicht werden. „Der Patient hat immer sein Ärzteteam um sich“, hob Bumm als Vorteil hervor. In Weilheim möchte der Mediziner auch seine Erfahrungen mit der „minimal-invasiven Chirurgie – operiert wird mit Minischnitten, wie durch ein Schlüsselloch – einbringen. Von seinem Vater, einem Chirurgen, schon früh für die Medizin begeistert, entschied sich auch Rudolf Bumm für diesen Beruf. Der gebürtige Nürnberger, aufgewachsen in Westfalen, studiert in Münster und München und zuletzt am Klinikum rechts der Isar als Leiter der Thoraxchirurgie tätig, hat seine beruflichen Weichen neu gestellt. Professor Dr. med. Bumm (50) ist seit 1. August Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Krankenhaus Weilheim. Nachdem Bumms Vorgänger Professor Dr. Robert Obermaier die Klinik noch während der Probezeit – „im gegenseitigen Einvernehmen“, wie es hieß – verlassen hatte, wurde die Stelle vier Monate interimsmäßig von Dr. Michael Platz, Leitender Arzt am Schongauer Krankenhaus, ausgefüllt. Elisabeth Ulmer, Geschäftsführerin der Krankenhaus GmbH, setzt in den neuen Chefarzt, für den es „ein einstimmiges Votum gegeben hat“, hohe Erwartungen. Die onkologische Gewichtung in Weilheim sei wichtig, betont sie, denn: „Wir wollen in unseren Krankenhäusern Schwerpunkte setzen und uns nicht gegenseitig Konkurrenz machen.“ Magengeschwür, Refluxkrankheit, Thorax-, Viszeral (Bauch)- und Schlüssellochchirurgie, Schockforschung sind Bereiche, die den Mediziner Bumm auch wissenschaftlich beschäftigt haben. Am Klini- kum rechts der Isar war er maßgeblich am Aufbau eines interdisziplinären Tumortherapiezentrums beteiligt. Seit 2007 leitete der zum außerplanmäßigen Professor für Chirurgie ernannte Mediziner an dem Münchener Klinikum auch die Thoraxchirurgie. Neben dem – in der Region einzigartigen – Tumortherapiezentrum in Weilheim, mit dessen Aufbau Bumm zügig beginnen will, setzt der Chefarzt auf eine enge Zusammenarbeit mit seiner ehemaligen Wirkungsstätte in München. Bumm verspricht, „auf niedergelassene Ärzte zugehen“ zu wollen. Patienten und Angehörige sollen ausführlich informiert werden. Mit „großem Interesse“ verfolgt Bumm das Ziel, dass die TU München die Kliniken in Weilheim und Schongau zu Lehrkrankenhäusern erklärt. „Sich nach 21 Jahren an der Klinik rechts der Isar neu zu orientieren und chirurgischer Chef zu werden“ nennt Bumm als Gründe für seinen Weggang aus München. Auch privat möchte der 50-Jährige in der Region heimisch werden. Der mit einer Juristin verheiratete Vater dreier Söhne ist einst „wegen der Berge“ nach Bayern gezogen. Neben seinen sportlichen Hobbys Radeln, Joggen, Ski fahren pflegt er das Klavierspiel. Bumm: „Das ist mein wichtigster Ausgleich.“

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