"Über Kirchengrenzen hinausdenken" – Evangelischer Landesbischof zu Besuch in Weilheim

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (2.v.li.) im Gespräch mit den Präsidiumsmitgliedern der Dekanatssynode und des Dekanatsausschusses Eberhard Schmolz (li.) und Brigitta Bogner (Mi.) sowie (v.re.) Pfarrer Jost Herrmann und Dekan Axel Piper. Foto: Dangel

Über das Selbstverständnis von evangelischer Kirche, Gemeinde und Gemeinschaft sprach Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei seinem Besuch in der voll besetzten Apostelkirche. „Ich bin sehr herzlich empfangen worden und werde mit schönen Erinnerungen wieder nach Hause fahren“, sagte der Bischof über seinen Aufenthalt in Weilheim.

Bei einem Empfang im Festsaal des neuen Gemeindehauses wurde der Bischof in Weilheim willkommen geheißen und trug sich im Beisein von Bürgermeister Markus Loth in das goldene Buch der Stadt ein. Die Freude über den hohen kirchlichen Besuch war sehr groß, der Landesbischof zeigte sich bei dem festlichen Ereignis menschennah und kompetent. Bedford-Strohm trat im Oktober letzten Jahres als Nachfolger von Johannes Friedrich sein Amt als Landesbischof für zwölf Jahre an. Er arbeitete bislang überwiegend als Wissenschaftler, lehrte Theologie und Theologische Gegenwartsfragen in Bamberg und systematische Theologie und Ekklesiologie in Südafrika. Dass er auch als Seelsorger und Prediger aktiv war, zeigte sich in seinem öffentlichen Vortrag zum Thema „Kirche am Ort – eine gute Wahl“ vor großer Zuhörerschaft in der Apostelkirche. In seiner Rede entwarf er seine persönliche Vision einer „authentischen“ Kirche, die ihren Inhalt angemessen nach außen darstellt. Die kirchlichen Aufgaben sieht er vor allem im öffentlichen Engagement und warnte gleichzeitig vor theologischem Rückzug und Isolation: „Es ist wichtig, über die Kirchengrenzen hinaus zu denken.“ So ermunterte er zur Einmischung in Diskussionen um gesellschaftliche Fragen und brachte eine christliche Beraterfunktion zum Ausdruck: „Wer fromm ist, muss auch politisch sein.“ Nach dem Verhältnis der Religionen gefragt, ermahnte der Landesbischof zu wechselseitiger Wertschätzung und Respekt auf menschlicher Grundlage. Hier sprach er sich auch für die Ökumene aus und forderte eine vereinte, mit ihren Gegensätzen versöhnte Kirche.

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