Umbau zu Asylbewerber-Wohnungen

Alte Forsthäuser: Bauantrag liegt vor

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Die Pläne für einen Umbau werden konkret.

Schongau – Ziehen anerkannte Asylbewerber bald in die alten Forsthäuser in der Schongauer Lechvorstadt? Aktuell deutet alles darauf hin. Nachdem vor rund einem Monat entsprechende Pläne publik geworden waren, liegt seit dieser Woche der Bauantrag des Staatlichen Bauamts bei der Stadt vor. Der Freistaat, dem die Liegenschaften gehören, macht Ernst – ohne Rücksicht auf die Einwände von Bürgermeister und Stadtrat.

Zwei Gemeinschaftsunterkünfte, dazu viele in Wohnungen untergebrachte Flüchtlingen und die mittlerweile geräumte Berufsschulturnhalle, die jederzeit wieder als Notunterkunft dienen könnte: Vor diesem Hintergrund war der Tenor im Schongauer Stadtrat vor einem Monat eindeutig. Man könne den Plan der Regierung von Oberbayern, 34 anerkannte Flüchtlinge in sechs Wohnungen in den ehemaligen Forsthäusern unterzubringen, nicht unterstützen.

Diese ablehnende Haltung gab Bürgermeister Falk Sluyterman nach der Sitzung per Brief an das Staatliche Bauamt weiter. Die Behörde antwortete, allerdings anders, als von den Stadträten gewünscht. Anfang der Woche trudelte der Bauantrag ein. Der Schongauer Architekt Siegfried Bommersbach sei mit ersten Untersuchungen beauftragt worden, teilte Sluyterman am Dienstag in der Stadtratssitzung mit. Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts hätten zudem bereits bei den Nachbarn um Zustimmung zum Projekt geworben. „Das Schreiben hat sie anscheinend wenig beeindruckt.“

Einzig positive Nachricht aus Sicht der Stadt: Sie soll 30 Prozent der Plätze selbst belegen dürfen. Diese Regelung gelte nicht nur für Asylbewerber, sondern auch für sozial Schwächere, so der Bürgermeister.

Während etwa Friedrich Zeller (SPD) forderte, noch einmal beim zuständigen Staatssekretär Einspruch einzulegen und auf einer gleichmäßigen Verteilung im Landkreis zu bestehen, hielt Gregor Schuppe (ALS) die Lage der Forsthäuser „für sehr gut geeignet“. Außerdem benötige die Stadt dringend Wohnungen für anerkannte Asylbewerber, für deren Unterbringung sie verantwortlich sei. „Hier könnten wir massiv Geld sparen.“

Das freilich wollte Sluyterman nicht gelten lassen. „Wir haben die Flüchtlingskrise bislang sehr gut bewältigt, aber wir dürfen die Bürger nicht überstrapazieren.“

Christoph Peters

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