Vanni kehrt SPD den Rücken – Ihr Amt stellt Peißenbergs Rathauschefin aber nicht in Frage

Hinter den Kulissen hatte es schon länger gekriselt, nun ist es zwischen Bürgermeisterin Manuela Vanni und „ihrer“ SPD-Fraktion zum offenen Bruch und finalen Paukenschlag gekommen.

Nachdem sie sich in der jüngsten Marktratssitzung aus den eigenen Reihen „Führungsschwäche“ hatte vorwerfen lassen müssen und die Wogen bei der Ortsvereinsversammlung nicht geglättet werden konnten, gab die Rathauschefin ihr SPD-Parteibuch zurück. „Die Angriffe sind mir zuviel geworden. Wenn man so miteinander umgeht“, erklärte Vanni auf Nachfrage, „sehe ich in dieser Partei keine Zukunft mehr.“ Mit ihrer Amtsübernahme vor drei Jahren habe die SPD-Fraktion „von Anfang an in zwei verschiedene Richtungen gezogen“, der Parteiaustritt wirke für sie deshalb wie ein „Befreiungsschlag“. Trotz des Verlusts ihrer politischen Machtbasis hat Vanni „keinen Moment mit dem Gedanken gespielt“, vom Bürgermeisteramt zurückzutreten. Im Gegenteil, sie sieht sogar Vorteile in der neuen Lage: „Es wird vielleicht sogar leichter. Man ist freier im Denken und eventuell nimmt man so das Politisieren aus dem Gemeinderat weg.“ Laut SPD-Ortsvorsitzender Jutta Geldsetzer sei es nicht das Ziel der Ratsfraktion, „Vanni zu demontieren“: „Die Vorwürfe richten sich nicht gegen die Person, sondern gegen die Kompetenz der Person“. Es dauerte es nicht lange, bis die ersten Gerüchte ins Kraut schossen. Die Rathauschefin, so hieß es, habe sich offenbar bereits der Bürgervereinigung (BV) angedient. Sowohl von der BV als auch von Vanni selbst folgte prompt das Dementi: „Das ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Ich habe zu keiner Zeit an so etwas gedacht“, versicherte die Rathauschefin auf Anfrage. Mit derartigen Querschüssen wird Vanni künftig aber wohl häufiger rechnen müssen. Ihre Hoffnung, dass sich der Parteiaustritt positiv auf die Zusammenarbeit im Marktrat auswirken wird, kann Petra Maier jedenfalls nicht teilen: „Die Nummer funktioniert nicht“, glaubt die CSU-Fraktionssprecherin und bemüht angesichts der Streiterein in der SPD einen Vergleich aus der Sportwelt: „Das ist so, wie wenn eine Fußballmannschaft zu zehnt gegen den eigenen Torwart spielt“. Die jüngsten Entwicklungen seien „für Peißenberg nicht dienlich“, würden aber zeigen, dass nicht die CSU für den „Komödienstadel“ im Marktrat verantwortlich sei. Maier versteht zudem nicht, warum die Genossen Vanni wegen fehlender Führungsstärke anprangern: „Genau das, wonach sie jetzt schreien, haben sie einem Herrn Schnitzer immer vorgeworfen“. BV-Sprecher Ulrich Franz empfindet die neue Konstellation mit der parteilosen Bürgermeisterin ähnlich wie Maier als „absolut unbefriedigend“, weil die Sacharbeit nun noch schwieriger werde. Seine Fraktion habe immer versucht, sich „offen“ zu präsentieren – gerade im Verhältnis zur SPD: „Aber da gibt es drei bis vier Leute, die von uns nichts halten“, spielt Franz unter anderem auf SPD-Granden wie Hans Streicher an. Die BV sei bei der Haushaltsaufstellung bemüht gewesen, konstruktive Vorschläge zu machen: „Aber wenn man dabei das Gefühl hat, nur noch lästig zu sein, dann ist das unbefriedigend“, beklagt Franz. SPD-Sprecher Robert Halbritter beteuert indes, dass die Abnabelung der Fraktion von Vanni „kein Schnellschuss“ gewesen sei. „Es ist nicht mehr länger gegangen. Wir können nicht sechs Jahre jammern und dann wieder mit Frau Vanni bei den Wahlen antreten“. Die SPD-Räte wollen sich künftig ganz auf die Sacharbeit konzentrieren und laut Halbritter „wieder als Fraktion wahrgenommen werden“. Vannis Parteiaustritt sei „überraschend gekommen“ und „nicht notwendig“ gewesen.

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