Versammlung im kleinen Kreis – Bürgermeisterin Vanni kündigt erhebliche Neuverschuldung an

Das Interesse an der Peißenberger Bürgerversammlung war in den letzten Jahren schon nicht sonderlich hoch, doch bei ihrer jüngsten Ausgabe dürfte die Informationsveranstaltung einen vorläufigen Negativrekord verzeichnet haben.

Gerade einmal 45 Besucher verloren sich im großen Saal der Tiefstollenhalle, um sich von Bürgermeisterin Manuela Vanni über das gemeindliche Geschehen aufklären zu lassen. Knapp die Hälfte davon waren Gemeinderäte und Verwaltungsmitarbeiter. Die Rathauschefin legte sich ob des schwachen Besuchs ihre eigene Interpretation zurecht: „Das werte ich als Zeichen dafür, dass man mit der Politik, die in Peißenberg gemacht wird, zufrieden ist.“ Hitzige Diskussionen und kritische Nachfragen zu ihrem einstündigen Rechenschaftsbericht blieben Vanni komplett erspart. Die Bürgermeisterin sprach in der Versammlung unter anderem von einer „recht guten Schulsituation“ in Peißenberg („Das einzige, was fehlt, ist ein Gymnasium“), lobte das Engagement der örtlichen Vereine („Ohne sie würde sich nichts bewegen“) und berichtete darüber, dass die Gemeinde die Wirtschaftskrise „relativ gut überstanden“ habe. Trotz gestiegener Steuerzuflüsse und Mehreinnahmen von 800 000 Euro – „das klingt super“ – müsse die Kommune in allen Bereichen sparen, um den Investitionsstau von 25 Millionen Euro für diverse Sanierungsprojekte in den nächsten Jahren stemmen zu können. Vanni kündigte eine erhebliche Neuverschuldung an und nahm die Peißenberger in die Pflicht: „Wir werden von den Bürgern erwarten müssen, dass sie zugreifen und sich ehrenamtlich engagieren.“ Nicht fehlen durfte im Rechenschaftsbericht das Thema „Lärmschutz an der Umgehung“. Vanni untermauerte dabei ihre harte Linie gegenüber dem Verein „Lebenswertes Peißenberg“: „Ich glaube nicht, dass wir uns freiwillige Leistungen an einer Straße leisten können, die uns nicht gehört.“ Auf Nachfrage eines Besuchers nahm Vanni auch zum Thema „Windkraft“ Stellung. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten sei „fraglich, ob das in Peißenberg überhaupt möglich ist“. „Aber wenn es geht, dann müssen es unsere Gemeindewerke machen“, erklärte Vanni. Dass dem neugegründeten Kommunalunternehmen (KU) dazu aber unter Umständen das notwendige Eigenkapital fehlen könnte, deutete Werkleiter Uwe Horn an. Erneuerbare Energien seien ein investitionsreiches Gebiet – „und wir sind gerade erst so aus der Verlustzone gekommen“. Uwe Horn sprach dennoch von einem gelungenen „Turnaround“ bei den Werken, kündigte eine Strompreissenkung um einen Cent pro Kilowattstunde zum neuen Jahr an und lobte die innerbetriebliche Effizienz der neuen Unternehmensform: „Für Sie als Kunden der Gemeindewerke wird sich durch die KU-Gründung nichts ändern“, ließ Horn die wenigen Versammlungsteilnehmer in der Tiefstollenhalle wissen.

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