Versorgungslücken schließen – Internetausbau: Mit Machbarkeitsstudie wichtiger Schritt getan – Jetzt sind Gemeinden am Zug

Ein komplexes Werk ist die Machbarkeitsstudie, wie die gut gefüllten Ordner zeigen, die Karl Manstorfer, Geschäftsführer der Firma IK-T (re.), an Landrat Dr. Friedrich Zeller überreichte. Li. im Bild Abteilungsleiter Franz Lutz von der Regierung von Oberbayern. Foto: Hofstetter

Eine komplett ausgebaute Infrastruktur ist wichtig um neue Betriebe zur Ansiedlung zu gewinnen. Dazu zählt auch die flächendeckende Versorgung mit schnellerem Internet via Funk oder Kabel. Um die Breitbanderschließung voranzubringen, beauftragte der Landkreis im Frühjahr stellvertretend für 26 Gemeinden die Firma IK-T (Innovative Kommunikations-Technologien) aus Regens- burg mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie. Deren Ergebnisse wurden nun den Bürgermeistern im Landratsamt Weilheim präsentiert.

„Die Thematik ist komplex und kompliziert“, stellte Landrat Dr. Friedrich Zeller fest, weshalb eine fachkundige Begleitung der Kommunen unerläss- lich sei. Ähnlich sieht dies Franz Lutz von der Regierung von Oberbayern, dessen Abteilung für die fördertechnische Abwicklung zuständig ist: „Wenn eine Gemeinde alles alleine durchziehen muss, wird der Weg steinig.“ IK-T-Geschäftsführer Karl Manstorfer äußerte sich zum Ablauf der Machbarkeitsstudie: Zunächst wurden die Haushalte, Betriebe und Kommunen über die aktuelle Versorgungssituation mit Breitband befragt und festgestellt, in welchen Ortsteilen – auch im Sinne der Förderrichtlinien – eine Unterversorgung besteht. Im nächsten Schritt wurde recherchiert, ob sich die vorhandene Infrastruktur – wie Glasfaserkabel, Leerrohre, Funkmasten – in den Internetausbau integrieren lässt. Auch Tiefbaumaßnahmen wie Straßen- und Kanalbau wurden erfasst, da bei diesen Leerrohre kostengünstig mitverlegt werden können. Das Kernstück der Studie bildet ein Planungsteil mit individuellen Vorschlägen für jede Teilnehmergemeinde, wobei jeweils die wirtschaftlichste Lösung den Zuschlag erhalten soll. In einem neutralen Auswahlverfahren, das alle technischen Möglichkeiten berücksichtigt, wird für jede Gemeinde ein Telekommunikationsbetreiber gesucht. Die nötige Infrastruktur kann von der Gemeinde selbst gestellt oder von einem Unternehmen geliefert werden. Die Regierung von Oberbayern fördert 70 Prozent der Investitionen mit max. 100 000 Euro je Gemeinde. Die Machbarkeitsstudie kostet jede Teilnehmergemeinde nach Abzug der Förderung rund 1 500 Euro. Um Fördermittel zu bekommen, muss die Mindestgeschwindigkeit fürs Internet nach dem Ausbau ein Megabit pro Sekunde betragen. Acht Landkreisgemeinden, darunter Orte im Auerbergland, Wessobrunn, Peißenberg, Obersöchering und Iffeldorf, nehmen nicht an der Studie teil. Justina Eibl von der Wirtschaftsförderung im Landratsamt begründete dies damit, dass dort bereits in den Internetausbau investiert worden sei. Nun liegt es an den Kommunen, die technischen Lösungen und ihre Umsetzung zu diskutieren. Landrat Zeller drängt auf ein zügiges Handeln. Auch deshalb, weil das Förderprogramm zum Breitbandausbau Ende 2011 ausläuft. Bis dahin muss der Förderbescheid auf dem Tisch liegen. Ein schnellerer Internetzugang ist frühestens ab Sommer 2012 möglich.

Meistgelesene Artikel

Es war einmal...

Region – Geschichten dienen als kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft und sie regen die Fantasie an. Eine Form des Geschichtenerzählens ist das …
Es war einmal...

Starker Start ins neue Jahr

Weilheim – Immer öfter kämpfen kleinere Geburtshilfeabteilungen ums Überleben – in der Weilheimer Frauenklinik scheint das nicht der Fall zu sein.
Starker Start ins neue Jahr

"Jede Trasse wird hinterfragt"

Weilheim – 2 582 WeilheimerInnen haben auf den Listen unterschrieben, welche die Bürgerinitiativen (BI) „Heimat 2030“ und „Marnbach-Deutenhausen“ am …
"Jede Trasse wird hinterfragt"

Kommentare