Vier Landkreise mit Charakter – Agentur für Arbeit fusioniert – Mehr Angebote vor Ort

Zufrieden blicken die Leiter der Arbeitsagenturen in die gemeinsame Zukunft. V.li: Dirk Dieber (Starnberg), Anette Farrenkopf, Monika Lex (Weilheim), Sonja Hofrichter (FFB). Foto: Gnadl

Bei der Arbeitsagentur wird reformiert, was das Zeug hält. Der Zuständigkeitsbereich der Münchener Agentur wird deutlich verkleinert. Dies bedeutet auch für Weilheim, Starnberg und Fürstenfeldbruck einige Änderungen.

„Die Reform war fällig“, davon ist Anette Farrenkopf, vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weilheim, überzeugt. „Die Mammutagentur München“ wird sich künftig aufs Kerngeschäft beschränken und ihre Zuständigkeit auf die Stadt und den Landkreis München konzentrieren. Folglich fallen einige Bezirke weg. Ebersberg und Dachau werden an Freising angegliedert, Starnberg und Fürstenfeldbruck gehören künftig zu Weilheim. „Ab 1. Oktober haben wir einen neuen Agenturbezirk“, fasst es Sonja Hofrichter, Geschäftsstellenleiterin in Fürstenfeldbruck, zusammen. Der neue Bezirk umfasst 670 000 Menschen. „Es soll klare Zuständigkeiten für die Landkreise geben“, sagt Farrenkopf und präzisiert: „Die Geschäftsstellen bleiben dabei Ansprechpartner für die Kunden.“ „Für 90 Prozent der Kunden ändert sich gar nichts“, beruhigt Hofrichter. „Die Reformen laufen im Hintergrund.“ Profitieren können beispielsweise Akademiker in Starnberg oder Jugendliche ohne Berufsausbildung in Fürstenfeldbruck. Sie müssen in Zukunft nicht mehr nach München fahren zur Beratung, sondern können alles direkt vor Ort erledigen. Dafür gibt es auch mehr Bearbeiter. In Starnberg beispielsweise würden sich künftig 26 statt bisher 17 Mitarbeiter um die Anliegen der Agenturkunden kümmern, freut sich Dirk Dieber. „Hinzu kommt, dass wir den Markt in München weiter nutzen und Weilheim hinzubekommen“, zeigt sich der Starnberger Geschäftsstellenleiter zufrieden. Und die Reform geht noch weiter. Monika Lex, operative Geschäftsführerin in Weilheim, zeigt die Zukunft auf: Das  „Backoffice“ soll bis 1. April umstrukturiert werden. Dies bedeutet, die Sachbearbeitung, die im Hintergrund geschieht, soll effizienter gestaltet werden und die Agenturbezirke Rosenheim, Freising, München und Weilheim werden so zusammenarbeiten, dass schnelleres Bearbeiten von Akten möglich ist. Erleichtern soll das die elektronische Akte, die in Weilheim am 22. Oktober eingeführt wird. Durch sie kann von Weilheim aus mit anderen Agenturen kooperiert und leichter kommuniziert werden. „Jeder Landkreis hat seinen eigenen Charakter und sein eigenes Profil“, glaubt Farrenkopf. Die Regionen seien sehr unterschiedlich. In Landsberg dominiere beispielsweise die Industrie, in Garmisch die Hotellerie. Durch die Fusion von Weilheim, Landsberg und Garmisch-Partenkirchen mit den beiden neuen Landkreisen könne man nur gewinnen und von Synergien profitieren. „Wir sind zukunftsfähig aufgestellt“, ist sie sich sicher. „Der neue Bezirk hat viel Potenzial.“ Würde momentan gerechnet, läge die gesamte Arbeitslosenquote im neuen Bezirk bei 2,8 Prozent. „Das spricht dafür, dass wir identische Märkte und sehr viel gemeinsam haben“, schätzt Lex die Situation ein. „Ich glaube, wir passen gut zusammen.“

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