Vorbehalte bleiben – Gewerbegebiet Wielenbach Süd: Stadtrat lehnt Erweiterung erneut ab

Es bleibt dabei: Weilheims Stadtrat lehnt das Vorhaben der Gemeinde Wielenbach, ihr Gewerbegebiet Süd zu erweitern, erneut ab. Für ortsansässige Betriebe seien genügend Flächen vorhanden, sodass eine Ausdehnung im Süden nicht notwendig ist, urteilte das Gremium. Außerdem hat Weilheim eine Normenkontrollklage eingereicht, da sich beim Festlegen des neuen Wielenbacher Wasserschutzgebietes eine Verlagerung in Richtung Unterhausen ergeben hat.

Als Träger öffentlicher Belange hatte die Stadt Weilheim bereits im Juli 2009 Gelegenheit erhalten, sich zur beabsichtigten Änderung des Flächennutzungsplanes zu äußern. Die negative Stellungnahme der Stadt hinderte die Wielenbacher aber nicht, an ihren Plänen festzuhalten. Im Zuge des Verfahrens konnte die Stadt jetzt ein zweites Mal schriftlich auf die Erweiterungspläne eingehen. Klage gegen Wasserschutzgebiet Ein Knackpunkt ist die Verlagerung des neuen Wielenbacher Trinkwasserschutzgebietes. Diese wäre jedoch notwen- dig, um die Gewerbeflächen im Süden ausweisen zu können. Da das Einzugsgebiet des neuen Wielenbacher Trinkwasserbrunnens auch die ehemalige Hausmüllgrube in Unterhausen umfasst, wird befürchtet, dass die Altlasten aus der Deponie für die Trinkwasserqualität des Brunnens zum Problem werden. „Die Wielenbacher sind uns gute Nachbarn, aber wir schöpfen eben unsere Möglichkeiten aus“, suchte Ingo Remesch (SPD), der in der jüngsten Stadtratssitzung Bürgermeister Markus Loth vertrat, im Streit der Kommunen nach versöhnlichen Worten. Wesentlich deutlicher wurde Rupert Pentenrieder (BfW): „Wielenbach hat unsere Stellungnahme im Juli schlichtweg ignoriert. Die Landwirte in Unterhausen müssen wegen des Wielenbacher Wasserschutzgebietes ohnehin große Einbußen hinnehmen“, entrüstete er sich und warf im Hinblick auf die nahe B2 die Frage auf: „Was ist, wenn im Wasserschutzgebiet ein Unfall mit Gefahrgut passiert?“ Mit welchen Folgen zu rechnen sei, wenn die Normenkontrollklage zu Gunsten Weilheims entschieden wird, hakte Alfred Honisch (Grüne) nach. Laut Bauamtsleiterin Karin Groß müsste Wielenbach dann das Wasserschutzgebiet neu planen. Trotz der herrschenden Unstimmigkeiten, wurde frak- tionsübergreifend betont, dürfe das nachbarschaftliche Verhältnis nicht weiter getrübt werden. „Auf die Gemeinde Wie- lenbach zugehen und gemeinsam einen Konsens suchen“, appellierte Klaus Gast (CSU) an seine Ratskollegen.

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