Warnstreik am Peißenberger Bauhof

"Wir sind es wert!"

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Um 7 Uhr morgens zogen die Bauhofmitarbeiter vor das geschlossene Werkstor. Manfred Heeb vom zuständigen Verdi-Bezirk „Allgäu“ war einer der Kundgebungsredner.

Peißenberg – Im Zuge der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hat die Dienstleistungsgesellschaft Verdi in den letzten Tagen bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen. Auch am Peißenberger Bauhof wurde für einen Tag die Arbeit niedergelegt.

Am frühen Morgen zog ein rund 30 Mann starkes Streikkommando mit Trillerpfeifen und Transparenten vor das geschlossene Werkstor an der Forster Straße, um die Forderung nach 3,5 Prozent mehr Lohn und eine Anhebung des Entgeltsockelbetrags um 100 Euro zu untermauern.

„Wir sind es wert!“, lautete die Parole der Bauhofbelegschaft, die im Schnitt zwischen 1 500 und 2400 Euro brutto im Monat verdient. Via Mikrofon rechtfertigten mehrere Verdi-Funktionäre und Betriebsseelsorger Andreas Kohl die Gewerkschaftsforderungen: Gute Arbeit, so hieß es, müsse auch gut bezahlt werden und eine angemessene Wertschätzung erhalten. Für den öffentlichen Dienst werde es angesichts des mäßigen Lohn- niveaus immer schwieriger, im Wettbewerb mit der privaten Wirtschaft geeignete Fachkräfte zu rekrutieren.

Das bestätigte auch Bürgermeisterin Manuela Vanni: „Wir haben inzwischen große Probleme, gutes Personal zu bekommen.“ Ebenso wie Vize-Rathauschef Hans Streicher erklärte Vanni ihre Solidarität mit den Streikenden. Vor allem die Aufstockung des Sockelbetrags sei für die unteren Lohngruppen enorm wichtig: „Sonst geht die Schere immer weiter auseinander“, so Vanni. 

Enttäuscht zeigten sich die Bauhofmitarbeiter, dass sich ihre Kollegen von der Rathausverwaltung nicht für die Kundgebung interessierten. „Das ist sehr schade. Im Endeffekt sind das ja auch nur Angestellte. Eigentlich sitzen sie mit uns in einem Boot“, ärgerte sich Hubert Knauer.

Von Bernhard Jepsen

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