Neue Gebührenkalkulation für Peißenberg

Wasser wird teurer

+

Peißenberg – In einer Sondersitzung hat sich der Marktrat mit der Neukalkulation der Trink- und Abwassergebühren beschäftigt und eine Beschlussempfehlung an den Verwaltungsrat der Gemeindewerke verabschiedet. Das Ergebnis: Das Wasser wird teurer. 

Während der Wasserpreis ab 1. Januar 2014 steigen soll, gibt es im Abwasserbereich eine Korrektur nach unten – allerdings nur teilweise und nicht in der erwarteten Höhe. Unterm Strich werden die Verbraucher pauschal mit 2,38 Euro im Monat mehr belastet.

Es ist alle vier Jahre das gleiche Procedere: Von einem Fachbüro werden die Gebühren neue kalkuliert, wobei Unterdeckungen der abgelaufe- nen Finanzperioden in den Folgejahren amortisiert werden müssen. Der Grund: Der kommunale Wasser- und Abwasserbetrieb muss nach den gesetzlichen Vorschriften kostenneutral geführt werden. 

In Peißenberg hat sich im Trinkwasserbereich seit 2010 eine durchschnittliche Unterdeckung von rund 77 473 Euro pro Jahr ergeben. Ursache dafür, so hieß es in der Sitzung, seien allgemeine Kostensteigerungen und deutlich höhere Betriebskosten. Dem Gemeinderat blieb somit nur noch die Wahl, wie er das Defizit auf die Nutzer umlegt: Zur Debatte stand, entweder allein die Verbrauchsgebühr zu erhöhen oder parallel dazu auch die Grundgebühr anzupassen. Das Gremium entschied sich letztlich bei einer Gegenstimme von Thomas Ambos (SPD) für die zweite Variante. „Die Grundgebühr mit zu erhöhen, ist eine gerechte Sache. Die Grundkosten müssen abgedeckt sein“, erklärte Stefan Barnsteiner (CSU). 

Zweiter Aspekt: Eine alleinige Erhöhung der Verbrauchsgebühr würde vermutlich den Wasserverbrauch drosseln – was grundsätzlich wünschenswert wäre, in der komplizierten Gebührenberechnung aber zu dem paradoxen Ergebnis führt, dass der Wasserpreis damit für die Allgemeinheit noch teurer wird. Durch den parallelen Anstieg der Grundgebühr, so Anne Westerman von der mit der Neukalkulation beauftragten „Kommunalberatung Hurzlmeier“, verfüge die Gemeinde jedoch über eine „sichere, verbrauchsunabhängige Einnahmequelle“. Die Juristin warb zudem um Verständnis: „Der Wasserpreis ist generell nicht zu hoch. Wasser ist in Deutschland ein hohes Gut mit höchster Qualität, aber das kostet halt was.“

Beschlossen wurde letztlich eine Erhöhung der Grundgebühr um 24 Euro auf nun 61 Euro netto (bei kleinstem Wasserzähler) und eine Anpassung der Verbrauchsgebühr von 1,12 Euro auf 1, 42 Euro netto. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Wasserverbrauch von 140 Kubikmeter ergeben sich damit Mehrkosten von 5,52 Euro netto im Monat.

Eine Gebührenanpassung wird es auch bei der gesplitteten Abwassergebühr geben – und zwar bei der Niederschlagswassergebühr von bisher 0,76 auf nunmehr 0,81 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche.

Beim Schmutzwasser, dessen Gebühr im Zuge der Kläranlagensanierung bei der letzten Kalkulation von 1,96 Euro auf 3,68 Euro pro Kubikmeter angehoben worden war, wird indes nicht weiter an der Preisschraube gedreht. Künftig müssen 3,33 Euro pro Kubikmeter bezahlt werden. „Ich habe mir in meiner Unbedarftheit vorgestellt, dass das noch deutlich mehr zurückgeht“, sah Vize-Rathauschef Hans Streicher aber dennoch einen Wermutstropfen. „Das ist ein hoher Preis, da brauchen wir gar nichts schönreden“, räumte auch Bürgermeisterin Manuela Vanni ein. Die Gebührenhöhe sei allerdings eine Folge davon, dass sich der Vorgängergemeinderat bezüglich der Finanzierung der Kläranlage für relativ niedrige Sonderbaubeiträge entschieden habe.

Von Bernhard Jepsen

Meistgelesene Artikel

700 Tonnen Salz

Damit bei Schnee und Eis die Straßen befahrbar und Wege begehbar bleiben, rücken die Mitarbeiter des Betriebshofs in der kalten Jahreszeit zum …
700 Tonnen Salz

Großes Lob für "Schutzengel"

Peißenberg – Ein bisschen umkam Georg Off ja schon das „schlechte Gewissen“, als er bei der Ehrungsfeier für die knapp 90 aktiven Schülerlotsen im …
Großes Lob für "Schutzengel"

Hospiz im Pfaffenwinkel auf erstem Platz

Polling – Für Montag, 13. Februar, steht bei Renate Dodell ein Treffen mit Hermann Gröhe in Berlin im Terminkalender. Die Vorsitzende des …
Hospiz im Pfaffenwinkel auf erstem Platz

Kommentare