Anlage am Weilheimer Stadtbach liefert ökologisch erzeugten Strom für rund 20 Haushalte

Wasserrad im Probebetrieb

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Geld in die nachhaltige Energieversorgung vor Ort investiert: Das neue Wasserrad aus Lärchenholz produziert am Weilheimer Stadtbach, mit einem Generator versehen, umweltfreundlich OberlandStrom Regenerativ.

Weilheim – Wer durch die Obere Stadt entlang des Stadtbachs in Richtung Weilheimer Zentrum fährt, sieht rechts und links historische Gebäude. Ein besonderer Blickfang ist das Wasserrad am „Preisinger“-Anwesen. Wo einst die Stadtmühle stand, dreht es jetzt leise seine neuen Schauferln aus Lärchenholz und schafft seit Anfang Juni umweltfreundlich Energie.

„Jetzt erzeugen wir 100 Prozent ökologische Energie aus Wasserkraft“, berichtet Peter Müller. Je nach Wasserzufluss, fährt der Geschäftsführer der Stadtwerke Weilheim Energie GmbH - SWE fort, werden jährlich bis zu 80 000 kWh eigener OberlandStrom Regenerativ gewonnen. Rein rechnerisch reicht das für bis zu 20 Haushalte.

Früher klapperte das alte Weilheimer Wasserrad einfach nur laut vor sich hin. Dann hat es die SWE von der Stadt Weilheim gepachtet, saniert und technisch wie optisch aufgewertet. Ende 2015 wurde es mit 36 neuen Schaufeln ausgestattet und Anfang 2016 mit dem Überbau versehen. Die wichtigste Neuerung, betont Geschäftsführer Müller, ist ein Getriebe mit Generator und technischem Zubehör, wie Stauklappe, Absperrschieber vor dem Wasserrad und entsprechender Steuerungstechnik.

„Der Schieber direkt vor dem Wasserrad ist in der Regel offen. Der Wasserstand wird über die Stauklappe im Bypass gesteuert. Ein Horizontalrechen leitet das Geschwemmsel in den Bypass, wo es wie bisher ausgehoben wird, “ erklärt Karl Neuner, Leiter des operativen Betriebes bei den Weilheimer Stadtwerken, die Funktionsweise. Einmal am Tag überprüft ein Stadtwerke-Mitarbeiter auf seiner Kontroll- und Reinigungsfahrt durch die Stadt, ob der Zu- und Ablauf frei sind. Das Zusammenspiel von Stauklappe, Schieber vor dem Wasserrad und Generator wird von der Steuerungstechnik koordiniert, weitere Informationen steuern zwei Pegelmess-Sonden.

Der Probelauf hat am 2. Juni begonnen und musste gleich am Hochwasser-Wochenende darauf seine Funktionsfähigkeit unter Beweis stellen. „Trotz starker Regenfälle mit Hochwassergefahr am ersten Juni-Wochenende war der Wasserstand im Stadtbach immer im sicheren Bereich und blieb unter der kritischen Pegelobergrenze“, betont Neuner.

Die Steuerungstechnik der Wasserkraftanlage am Stadtbach läuft wie die von Kläranlage, Wasserversorgung und anderen Anlagen über ein speziell gesichertes Prozessleitsystem. Tritt eine Fehlermeldung auf, wird sie vom Prozessleitsystem per SMS auf das Smartphone des Bereitschaftsdienstes gesendet. Diesen leisten die Stadtwerke Weilheim das ganze Jahr über rund um die Uhr.

Einst klapperte das alte Wasserrad laut, jetzt dreht es sich dank Schallschluck- und -dämmmaßnahmen leiser. Seine Elektrifizierung, der neue Überbau und alle damit verbundenen Maßnahmen haben gut 100 000 Euro gekostet bei einem Einspeiseerlös von circa 10 000 Euro im Jahr. Wenn der Probebetrieb erfolgreich verlaufen und die Anlage durch einen Sachverständigen endabgenommen ist, beginnt der reguläre Betrieb. ´

Von Kreisbote

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