Weichen für Neuausrichtung gestellt – Sechs Hauptschulen sind jetzt offiziell auch Mittelschulen

Schulamtsdirektorin Gabriele Freidhoff (li. außen), Hans Bergmüller und Landrat Zeller (beide re. außen) überreichten an die Schulleiter (mittl. Reihe) die Urkunden. Mit dabei waren die jeweiligen Schülersprecher und Bürgermeister. Noch keine Urkunde bekam die derzeit als „zu klein“ eingestufte Hauptschule Peiting, Bergmüller versprach Abhilfe. Foto: Jepsen

Nun ist der Strukturwandel an den ehemaligen Hauptschulen im Landkreis offiziell vollzogen: In einer kleinen Feierstunde in Hugl- fing überreichte der Leitende Regierungsschuldirektor von Oberbayern, Hans Bergmüller, den Schulleitern der sechs neuen Mittelschulen die Umwidmungsurkunden.

Während die Lehranstalten in Schongau und Weilheim die Auflagen selbständig erfüllten, haben sich die Schulen in Penzberg und Steingaden mit Benediktbeuern und Roßhaupten Kooperationspartner von außerhalb des Landkreises gesucht. Die Mittelschulen von Peißenberg und Huglfing bilden einen regionalen Verbund. Von den insgesamt 267 Hauptschulen in Oberbayern sind zu Beginn des Schuljahres 92 in die stark berufsorientierten Mittelschulen umgewandelt worden. „Nicht überall“, so berichtete Bergmüller, sei die Neuausrichtung so reibungslos über die Bühne gegangen wie an den Landkreis-Schulen: „Die organisatorischen Weichen sind gestellt. Es bedurfte großer Anstrengungen, um das zu erreichen“, betonte der Regierungs- vertreter. An der Politik liege es, in der Schuldebatte für Kontinuität zu sorgen. Unabhängig von Schülerzahlen sei man jedenfalls „der Mittelschule verpflichtet“, der Erfolg der neuen Einrichtungen hänge aber von einfachen Faktoren ab: „Unsere Absolventen müssen auf dem Arbeitsmarkt überzeugen, dann überzeugt auch die Mittelschule“, erklärte Bergmüller. Neben dem Praxisbezug setzen die neuen Mittelschulen auf individuelle Förderung, Ganztagsbetreuung, soziales Lernen und Kooperationen mit der Wirtschaft. Landrat Dr. Friedrich Zeller sprach in seinem Grußwort von einer „ganz wichtigen Schulart“, in der die Kinder „super“ betreut würden. Die Mittelschulen seien eine „gute Basis“, um später an verschiede- nen Weiterbildungssystemen teilnehmen zu können. „Das ist eine Plattform, die wir in Zukunft bitter brauchen werden“, sagte Zeller mit Hinweis auf die sinkenden Schülerzahlen und dem daraus resultierenden Fachkräftemangel. An der Mittelschule in Peißenberg, so prognostiziert Direktor Hans Socher, werden die Schülerzahlen in fünf Jahren um rund 20 Prozent zurückgegangen sein. Vom fachlichen Nutzen der neuen Strukturen mit leistungsgerechtem Modulunterricht ist der Schulleiter überzeugt: „Wenn das alles konstant durchgeht, hat das schon seinen Sinn.“

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