Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler weiht die neuen Glocken der Apostelkirche ein

Ihr Geläut erklingt wieder über Weilheim

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„Ich rufe die Paulus-Glocke…“ Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler (re.) weihte am Sonntag die neuen Glocken der Apostelkirche ihrer Größe nach ein. Mit auf dem Bild: Heimo Hiebl, Diakoniepräsident i.R.; Stadtpfarrer Engelbert Birkle, die Pfarrer Ulrike Fries-Wagner und Eberhard Hadem sowie Dekan Axel Piper.

Weilheim – Nach fünfwöchigem Schweigen klingen die Glocken der Apostelkirche wieder. Am ersten Adventssonntag, zum Beginn des Reformationsjahres, weihte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler das neue Geläut in einem Festgottesdienst ein.

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Apostelkirche waren neben der evangelischen Gemeinde auch Sponsoren, Vertreter aus Stadt, Landkreis und von der katholischen Gemeinde gekommen. Ein fröhlich-entspannter Pfarrer Eberhard Hadem hieß die Gäste willkommen und dankte den Spenderfamilien, der Stadt, der Centa-Böhm-Stiftung sowie allen, die zur Anschaffung und dem Neubau des Glockenstuhls beigetragen hatten. „Ohne ihre Bereitschaft hätten wir jetzt eine lange finanzielle Durststrecke vor uns“, sagte Hadem.

Regionalbischöfin Breit-Keßler spannte in ihrer Predigt einen historischen Bogen über die mehr als 4000-jährige Glockengeschichte. Dem Geläut der Glocken werde eine magische Wirkung zugeschrieben, sie seien starke Symbole, denen alles anvertraut werden könne. „Wenn Glocken lange schweigen müssen, sind Freiheit und Toleranz bedroht. Glockengeläut ist Musik und frohe Botschaft. Selbst der Schlag der Kirchturmuhren ist heiter, fröhlich und mitunter geradezu poetisch“, so Breit-Kessler. Dem Hausherrn überreichte sie eine der ersten neu übersetzten Luther-Altarbibeln. Dass die Ökumene in Weilheim funktioniert, zeigte sich erneut am gemeinsamen Gebet des katholischen Stadtpfarrers Engelbert Birkle und Corvin Wellner, dem Nachfolger Herrmanns.

Die Einweihung des neuen Glockenensembles wurde anschließend im Innenhof der Kirche vollzogen. Die Bischöfin rief jede einzelne Glocke auf. Bei der Paulus- und Petrus-Glocke funktionierte das auch tadellos, nur die Johannes-Glocke hüllte sich in Schweigen. Breit-Kessler nahm es mit Humor. „Wir bitten um Geduld. Manchmal wünschen sich Glocken keinen Funkabruf, sondern einen persönlichen Bezug.“ Nach kurzer Stille klappte es dann doch.

Höhepunkt der Weihe war das erste gemeinsame Stadtgeläut aller Kirchenglocken. Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst durch den Posaunen- und Kirchenchor.

von Georg Müller

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