Südliche Tennenauffahrt am Stadel abgerissen – Nachts bleiben Kirchturmglocken stumm

Bauaushub am Dietmayr-Anger

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Als der Stadtrat für den Abriss der südlichen Tennenauffahrt am denkmalgeschützten Stadel sein Einverständnis gab, war dieser gar nicht mehr vorhanden, monierte Dr. Eckart Stüber (Grüne). Das Denkmalamt hat der Maßnahme laut Bauamtschef Stork bereits zugestimmt.

Weilheim – Eine Großbaustelle ist zur Zeit der leer geräumte Dietmayr-Anger südlich der Pöltner Kirche, auf dem „Wohnbau Scheurer“ circa 80 Wohnungen und ein Hotel errichten wird. Für den denkmalgeschützten Stadel ist nach dessen Umbau eine gastronomische Nutzung vorgesehen.

Während der Investor die Sanierung des Stadels mit dem Landesamt für Denkmalpflege abzustimmen hat, war der Stadtrat am vergangenen Donnerstag in einer anderen Angelegenheit gefragt. Die erweiterte Tiefgarage, erklärte der Bauamtsleiter im Rathaus, Manfred Stork, rückt sehr nahe an die südliche Tennenauffahrt heran. Um die Bauarbeiten nicht zu behindern, muss sie abgerissen und nach Fertigstellung der Außenanlagen wieder aufgebaut werden. Untersuchungen hätten ergeben, dass es sich weder beim Material noch bei der Ausführung dieser Auffahrt um die „ursprüngliche historische Situation“ handle.

Der Stadtrat gab mit Ausnahme von Saika Merx (FDP) sein Einverständnis, so dass das Verfahren weitergeführt werden kann.

Anders als beim denkmalgeschützten Stadel (Teilbereich II des Bebauungsplanes) gibt es für den Bettentrakt des Hotels und die Wohnblöcke (Teilbereich I) bereits einen rechtskräftigen Bebauungsplan, der ein Lärmgutachten beinhaltet. In diesem wird gefordert: Sobald die ersten Bewohner eingezogen sind, muss die Lautstärke des nächtlichen Glockenschlags der St. Pöltner Kirchturmuhr reduziert oder der Glockenschlag komplett eingestellt werden. Anfang April wurde mit der Pfarrkirchenstiftung „St. Hippolyt“ in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag vereinbart, dass die Glocken zwischen 22 und 6 Uhr stumm bleiben. Aus Gründen der Rechtssicherheit empfahl das Landratsamt, diesen Vertrag in den Bebauungsplan aufzunehmen und einen erneuten Satzungsbeschluss zu fassen. Der Stadtrat stimmte dem zu.

Nur Stadträtin Petra Arneth-Mangano (SPD) wollte den Beschluss nicht mittragen, weil damit ihrer Meinung nach „eine uralte Tradition aufgegeben wird“. Der nächtliche Glockenschlag, dementierte Klaus Gast (CSU) „hat nichts mit der Kirche zu tun“ und diente der Bevölkerung früher als zeitliche Orientierung. Laut Roland Schwalb, BfW-Stadtrat und Mesner von Mariae Himmelfahrt, bleiben dort nachts seit 1994 die Glocken ebenfalls stumm. In der Sitzung wurde betont, dass das liturgische Geläut, wie zur Christmette, von der Regelung ausgenommen wird.

Von Maria Hofstetter

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