Weilheims Grüne beantragen Ratsbegehren zur Umwidmung der Lederer- und Hofstraße

Mehr Platz für die Fußgänger

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Wollen in puncto Verkehrsberuhigung nicht locker lassen, denn, so Karl-Heinz Grehl: „Nichts nervt in Weilheim mehr als der Durchgangsverkehr in der Innenstadt.“ Dr. Eckart Stüber, Alfred Honisch und Grehl (v. li.) beim Einwerfen ihres Antrages ins Rathauspostfach.

Weilheim – In ihrem Programm zur Kommunalwahl 2014 haben Weilheims Grüne die Erweiterung der Fußgängerzone als einen politischen Schwerpunkt verankert. Nachdem ihr Antrag von 2015 auf eine probeweise Sperrung der Ledererstraße vor allem am Widerstand umliegender Geschäfte und einiger Anwohner gescheitert war (wir berichteten), stellt die Fraktion das Thema nach der Sommerpause im Stadtrat erneut zur Diskussion.

Der Stadtrat soll ein Ratsbegehren durchführen und die WeilheimerInnen selbst entscheiden lassen, ob sie eine Ausweitung der Fußgängerzone und eine „verbesserte Aufteilung des öffentlichen Raumes zugunsten der Fußgänger und Radfahrer“ wollen, so die Intention der Grünen, die mit ihrem jüngsten Vorstoß noch einen Schritt weiter gehen: Die Fußgängerzone soll auf die Lederer- und Hofstraße ausgedehnt werden; Radfahren, Liefer- und Anwohnerverkehr jedoch weiterhin möglich sein.

Ihre Frage für den via Ratsbegehren beantragten Bürgerentscheid lautet: „Sind Sie dafür, dass die Ledererstraße und die Hofstraße in eine Fußgängerzone mit erlaubter Fahrzeugnutzung umgewidmet werden, in der die Zufahrt mit motorisierten Fahrzeugen nur noch Zulieferern während bestimmter Lieferzeiten und Anwohnern gestattet ist?“

Alfred Honisch, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen und seine Stadtratskollegen Karl-Heinz Grehl und Dr. Eckart Stüber sind überzeugt, „dass eine Mehrheit der Weilheimer eine größere Fußgängerzone wünscht“. Auch in der Endfassung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK), das der Stadtrat 2014 einstimmig verabschiedet hatte, sei vermerkt, „dass weitere Bereiche innerhalb der Stadtmauer Fußgängerzone werden und die im Süden angrenzenden Bereiche verkehrsberuhigt werden sollen“, zitierte das Grünen-Trio am Montag in einem Pressegespräch aus dem ISEK.

„Mindestens die Ledererstraße“ sei „überreif“ für eine Umwidmung, stellte Honisch fest. Grehl machte kein Geheimnis daraus, dass die Grünen am liebsten die gesamte Altstadt zur Fußgängerzone erklären würden. Dieser Einschnitt sei „momentan noch zu radikal“, das Ziel werde aber „im Auge behalten“, ergänzte Stüber. Eine schlechtere Erreichbarkeit mit dem Auto sei für die Geschäfte nicht automatisch mit Umsatz-

einbußen verbunden, widersprachen die Grünen-Vertreter häufig geäußerten Befürchtungen. Das Gegenteil sei der Fall, meinten sie. Ein Großteil der Betriebe könnte mittelfristig sogar seine Umsätze steigern. „Mittlerweile generieren die Radler so viel Umsatz wie die Autofahrer“, warf Honisch ein und verwies auf die sinkende CO2-Belastung.

Man wolle jetzt wissen, „wie der gesamte Stadtrat zu dem Thema steht“ und ob ihm an der Meinung der Bürger tatsächlich gelegen sei, so Honisch. Aufgrund der Vorgeschichte sehen die drei Mandatsträger „keinen anderen Weg mehr“, als bei diesem für Weilheim wichtigen Thema zum „demokratischen Instru-

ment eines Ratsbegehrens“ zu greifen. Die Kosten für einen vom Stadtrat initiierten Bürger-

entscheid seien gering und aus dem laufenden Haushalt zu stemmen, da beide Straßenzüge seit der Altstadtsanierung 2011 bereits „Fußgängerzonencharakter“ haben und allenfalls eine neue Beschilderung und Parkplatzmöblierung erforderlich wären.

Was dann, wenn die Grünen mit ihrem Antrag (wieder )Schiffbruch erleiden? Dann wird eine Unterschriftensammlung (Bürgerbegehren) gestartet, um den Bürgerentscheid einzuleiten, kündigte Honisch an. Dieser soll dann – aus Kostengründen und um eine höhere Wahlbeteiligung zu erreichen – zusammen mit der Bundestagswahl 2017 durchgeführt werden.

Maria Hofstetter

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