Die Fachgruppe des Technischen Hilfswerkes übt mit Großübung für den Ernstfall

Kein Trinkwasser?

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Der Weilheimer Volksfestplatz bot genügend Platz für die Übung des THWs.

Weilheim – Rund 75 Teilnehmer aus fünf verschiedenen Bundesländern waren angereist, um die Großübung am Volksfestzeltplatz durchzuführen.

Dieses Mal war der Ortsverband Starnberg mit der Ausrichtung der Veranstaltung der Fachgruppe Trinkwasserversorgung im Zusammenschluss „Süddeutschland“ beauftragt. Das Übungsszenario für die Teilnehmer aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen Rheinland-Pfalz und dem Saarland war dabei Folgendes: Nach einem schweren Hochwasser ist Weilheims Trinkwasserversorgung nicht mehr funktionstüchtig. Mithilfe der Aufbereitungsanlagen des Typs Berkefeld UF 15, welche in den mitwirkenden Ortsverbänden stationiert sind (eine pro Bundesland), sollte dieses Problem behoben werden. Das Motto dafür lautete: „Kein Trinkwasser? Wir machen das!“

Um den Schichtbetrieb an den Anlagen und die Kollegen kennenzulernen, wurde auch in diesem Jahr eine Großübung veranstaltet. Wer wollte, konnte diese Chance nutzen und sich bei den stündlichen Führungen am Freitag die Trinkwasseraufbereitungsanlagen vorführen und erklären lassen. Dabei wurde der Ernstfall, ein Ausfall der Weilheimer Trinkwasserversorgung, geprobt.

Innerhalb der Übung wurde als erstes Wasser aus einem heimischen Fluss, in diesem Fall der Ammer, in ein Sammelbecken gepumpt. Weiter ging es zur ersten Aufbereitung, bei der mit einer „Flockung“ Schwebstoffe gebunden wurden. Das dauerte zirka eine Stunde für 15 Kubikmeter. Ein „Schwimmer“ zog dabei das saubere Wasser aus der Zwischenschicht heraus. Im nächsten Schritt wurden mit Hilfe von aktivem Kohlepulver alle Schadstoffe beseitigt. Dies sei nicht giftig, wie Adrian Degwert, Gruppenführer der Fachgruppe Trinkwasser in Starnberg, erklärte. Auch in diesem Becken saugte ein „Schwimmer“ das gesäuberte Wasser heraus. Danach ging es mit dem mechanischen Herausfiltern in der sogenannte Filterstraße weiter. In ihr kam eine zwei-stufige Filtration zum Einsatz. Der letzte Filter besteht aus Keramik und ist so fein, dass er auch Bakterien zu fassen bekommt. Wenn das Wasser in einem guten Zustand ist, würde auch die Aufbereitung durch die Filter ausreichen, so Degwert. Zuguterletzt wurde das Wasser durch die Chloritisierung nachbehandelt. Zur Sicherheit wurde es zudem mit UV-Licht bestrahlt. Das Wasser darf allerdings erst nach der Zustimmung des örtlichen Gesundheitsamtes freigegeben werden.

Die Einsätze ihrer Gruppe würden hauptsächlich in Deutschland, bei Anfrage aber auch im Ausland stattfinden, sagte Rudolf Fischer, der im Mediateam des Landesverband THW zuständig ist. Er selbst ist seit fast 40 Jahren beim THW und findet lobende Worte: „Es ist wie eine Familie.“

Wer Lust hat sich ebenfalls beim THW zu engagieren, kann sich bei den Ortsgruppen Weilheim und Starnberg oder auf www.thw.de informieren. Es werden auch Interessierte für die Arbeit in der Verwaltung gesucht.

Von Sofia Wiethaler

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