Weilheim in 15 Jahren – Weichen für die Entwicklung der Gewerbe- und Wohngebiete stellen

Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans war das Hauptthema der Bürgerversammlung am vergangenen Dienstag in der Weilheimer Stadthalle. Die etwa 80 Besucher wurden über die Änderungen gegenüber dem alten, seit 1989 rechtskräftigen Plan informiert. Ute Wellhöfer vom Architekturbüro U-Plan in Königsdorf, das vom Weilheimer Stadtrat im Jahr 2006 mit der Gesamtüberarbeitung beauftragt worden war, erklärte die Änderungen. Die Berechnungen beziehen sich auf einen prognostizierten Einwohnerzuwachs in den nächsten 15 bis 20 Jahren von 0,5 Prozent pro Jahr.

Die Ausweisung neuer Gewerbegebiete ist darin nicht vorgesehen. Vielmehr sollen bereits bestehende Flächen verdichtet, also Lücken geschlossen werden. Zehn Hektar sind für neues Gewerbe vorgesehen. Diese befinden sich am Weidenbach, im Trifthof, am Fischerried und im Bereich des Leprosenweges. Für die Wohngebiete sollen vier Hektar neues Bauland an der Zugspitzstraße ausgewiesen werden, 1,1 Hektar südlich der Weinhartstraße, drei Hektar im Osten des Narbonner Rings und zwei Hektar in Unterhausen, wo bereits ein Einheimischenmodell besteht (bis auf ein Grundstück sind hier alle Flächen bereits vergeben). Ein Hektar in der Eichtweide war bereits im alten Flächennutzungsplan als Bauland ausgewiesen. Die Entwicklung gemischter Bauflächen ist westlich der B2 (0,3 Hektar) und in Unterhausen (0,4 Hektar) vorgesehen. Kriterien für die Ausweisungen sind, dass es sich bei den Gebieten nicht um naturschutzfachlich hochwertige Flächen handelt, dass diese außerhalb von hochwassergefährdeten Zonen liegen, wie zum Beispiel im Bereich des Angerbaches oder am Leprosenweg, wo ein größerer Abstand zum Altwasser der Ammer freigehalten werden muss. Auch sollen sie außerhalb von Gebieten sein, die für die Erholung und für das Landschaftsbild bedeutsam sind. Die Gebiete müssen an bereits vorhandene Bauflächen anschließen. Die Empfehlung Wellhöfers lautet, das Weilheimer Moos freizuhalten: „Hierbei handelt es sich um eine besonders schützenswerte Landschaft.“ Auch Biotopstrukturen, Feucht- und Streuwiesen sollen erhalten werden. Noch bis zum 30. April können Bürger Anregungen und Wünsche zum Flächennutzungsplan bei der Stadt Weilheim einreichen. Ein Thema, das die Anwohner am „Gögerl“ derzeit stark beschäftigt, sprach Reinhold Arneth an. Eine 87-Jährige, die dort wohnt, habe ihm von ihrer Sorge berichtet, nun ihre Ersparnisse zu verlieren, da die Straßen dort (Sonnwend-, Krottenkopf- und Deglerstraße), die in einem sehr schlechten Zustand sind, nun erschlossen werden sollen, wofür die Anwohner zur Kasse gebeten werden. Eine Million Euro sind es, die die 75 Anwohner insgesamt aufbringen müssen. Bürgermeister Markus Loth wollte auf dieses Thema jedoch nicht weiter eingehen, da dies bereits in einer Anwohnerversammlung ausführlich besprochen worden sei.

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