Zwei Konzepte für Weilheim: Großtagespflege und Kindertagesstätte

Neue Betreuungsangebote für Kinder

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V. li.: (vorne) Peter von Quadt, Geschäftsführer von FortSchritt; Ilse Essing, erfahrene Einrichtungsleiterin bei FortSchritt; erster Bürgermeister Markus Loth; dritte Bürgermeisterin Angelika Flock; Karin Hinzpeter-Gläser, Leiterin des Kinder- und Familienbüros; (hinten) Sigrid Hauswurz, FortSchritt Bereichsleitung Weilheim-Schongau; Christian Strohmeier, kaufmännische Leitung/FortSchritt; Gerald Kubik, Leiter Tagesstädte/FortSchritt; Karin Groß, Leiterin der Hauptverwaltung Weilheim.

Weilheim – Die Stadt Weilheim hat auf den erhöhten Bedarf bei der Kinderbetreuung reagiert und zwei neue Angebote geschaffen. Das ist zum einen eine Großtagespflege mit der Stadt als Träger und zum anderen eine neue Kindertagesstätte, in der die gemeinnützige Organisation FortSchritt die Trägerschaft übernimmt. „Die Kinderbetreuung ist oberstes Gebot“, betonte Bürgermeister Markus Loth bei der Vorstellung der neuen Angebote im Rathaus.

Mit der Großtagespflege „Hummelnest“ beschreitet die Stadt neue Wege bei der Kinderbetreuung. Die Einrichtung ist im Bürgerheim untergebracht und bietet eine flexible Betreuung für maximal 16 Kinder, wobei nicht mehr als zehn gleichzeitig da sein dürfen. Die Betreuungszeiten sind für die Eltern nach Bedarf buchbar – das können auch nur drei Stunden am Tag sein. Um die Kinder im Alter zwischen einem und zehn Jahren – die Stadt möchte den Schwerpunkt zunächst auf das Alter zwischen einem und drei Jahren legen – kümmern sich eine Erzieherin und zwei Kinderpflegerinnen. Die Art der Einrichtung liegt in ihrer Form zwischen der Betreuung der Kinder durch eine Tagesmutter und einer Krippe beziehungsweise einem Kindergarten. Die Großtagespflege ermöglicht individuelle Betreuung der Kinder, richtet sich zugleich aber auch nach dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan. „Da werden viele gute Anstrengungen gemacht vonseiten der Stadt“, freut sich dritte Bürgermeisterin Angelika Flock über das „Hummelnest“. Sie begrüßt die Kombination zwischen Jung und Alt, den Kindern und den Senioren, welche durch die Unterbringung der Gruppe im Seniorenheim entsteht. „Das ist eine nette Situation, wo Begegnungen geschaffen werden.“

Das zweite Angebot im Bereich der Kinderbetreuung in Weilheim ist ab Februar 2017 eine neue Kindertagesstätte. Hier können in zwei Krippengruppen insgesamt 24 Kinder sowie in zwei Kindergartengruppen bis zu 50 Kinder aufgenommen werden. Da noch kein Gebäude für die Einrichtung zur Verfügung steht, wird diese zunächst in Containern untergebracht. „Auch wenn es Container sind, ist es ein vollwertiger Kindergarten, mit allen nötigen Einrichtungsgegenständen“, erklärte Loth. Mit dieser temporären Unterbringung möchte die Stadt Zeit für die Planung und Errichtung eines neuen Hauses gewinnen. Die Container werden auf einem Grundstück der Stadt zwischen der Grundschule am Hardt und dem Bolzplatz aufgestellt. Wo das neue Haus dann errichtet wird, steht noch nicht fest.

Mit der FortSchritt gemeinnützige GmbH hat sich die Stadt für einen neuen Träger entschieden. „Wir wollen die Trägervielfalt“, so Loth. Die Entscheidung für FortSchritt begründete der Bürgermeister so: „Ihr Konzept hat überzeugt“.

Gründer von FortSchritt ist Peter von Quadt, der in den 1980er Jahre in Ungarn zum ersten Mal von der Konduktiven Förderung nach András Petö hörte. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Konzept für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung. Die erste Tagesstätte wurde 1995 in Starnberg gegründet. 2001 folgte die erste Kinderkrippe. Das Angebot der gGmbH wurde immer weiter ausgebaut und umfasst neben dem ursprünglichen Angebot auch Regelkindergärten und Tagespflege – inzwischen sind es 35 Einrichtungen. „Wir sind Spezialisten für Integration und das ist für Weilheim auch wichtig“, erklärte Christian Strohmeier, kaufmännischer Leiter bei FortSchritt. Weilheim sei ein Wunschpartner, weil die Kinderbetreuung für die Stadt einen hohen Stellenwert habe. Die Art der temporären Unterbringung sieht Strohmeier entspannt: „Die Container schrecken uns nicht, da haben wir schon viel Erfahrung.“

„Wir wollen für alle Kinder da sein, mit jedem Entwicklungsstand und uns ist es wichtig, eine gute Vertrauensbasis aufzubauen“, beschreibt Gerald Kubik, Leiter der Tagesstädte, die Grundsätze von FortSchritt. „Spiel, Spaß und Neugier wecken sind uns wichtig. Das Kind steht im Vordergrund, nicht der Bildungsplan.“ Die Entwicklung von Selbstständigkeit, das Erkennen von Stärken und die Teilhabe an der Gemeinschaft gehören ebenfalls dazu. Unterschiedliche pädagogische Ansätze finden Eingang in das Gesamtkonzept. So gehört zum Beispiel der Fröbel-Ansatz dazu, der das Spiel mit dem Lernen verbindet.

Gewünscht ist auch eine enge Abstimmung mit den Eltern. Das bezieht sich auch auf die Öffnungszeiten, die noch abgesteckt werden müssen. Der Rahmen liegt hier zwischen 8 und 17 Uhr. Schon jetzt können erste Elterngespräche geführt werden. Der erste Elternabend ist bereits für Donnerstag, 10. November, um 18.30 Uhr im Rathaus geplant. Interessierte Eltern können sich unter den folgenden Telefonnummern informieren: Tel. 08151/91694929 oder Tel. 0881/682-212.

Für die neue Kindertagesstätte in Weilheim werden noch Erzieher/innen gesucht. Interessenten können sich direkt bei der FortSchritt gGmbH

melden.

Von Melanie Wießmeyer

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