Weilheim und Polling planen gemeinsam fürs Jubiläumsjahr

Seit Mitte 2006 sammelt das Weilheimer Festkomitee Ideen für die 1000-Jahr-Feier. Ebenso steckt das Organisationsteam im benachbarten Polling, wo sich die Wiedergründung des Klosters zum 1000. Mal jährt, mitten drin in den Vorbereitungen für das Jubiläum. Wie weit die Planungen inzwischen gediehen sind, darüber wurde am vergangenen Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Weilheimer Rathaus berichtet.

Hausherr Markus Loth führte aus, dass es im Festjahr 2010 zahlreiche Begegnungen zwischen Weilheim und Polling geben wird. So sollen sich die Pollinger BürgerInnen am historischen Markt und an einem Festzug in Weilheim beteiligen und die Weilheimer wiederum beim Pollinger Festspiel mitwirken können. Auch ein Kutschentransfer zwischen den beiden Gemeinden auf dem Prälatenweg ist angedacht. Bürgermeister Loth setzt auf eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn und unterstrich dies mit den Worten: „Bisher ist bei unseren Vorbereitungen alles harmonisch verlaufen. Wir wollen keine Konkurrenzveranstaltung.“ Pollings Kulturreferent Michael Jarnach wies auf den geschichtlichen Anlass für die Feierlichkeiten hin: In einer in Regensburg am 16. April 1010 ausgestellten Restitutionsurkunde gibt König Heinrich II. dem Kloster Polling seine früheren Güter zurück. Neben Polling („Pollinga) wird das Dorf Weilheim („Wilhai“) zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 2010 wollen beide Orte das Jubiläum gemeinsam feiern. „Wir ziehen kulturell an einem Strang“, bekräftigte dies Jarnach. Zu dem Festakt am 16. April 2010, dem Jahrestag des Dokumentes, werden Vertreter weiterer Gemeinden erwartet, die in dieser Urkunde ebenfalls genannt werden, wie aus „Rieden“ (Rieden, Gemeinde Starnberg) und „Phafenhouen“ (Oberpfaffenhofen). Altes Handwerk, ein Bauernmarkt und eine Schiffsschaukel sollen beim Kreuzmarkt am 3. Mai 2010 auf dem Pollinger Kirchplatz an dessen historische Wurzeln erinnern, die bis ins Jahr 1500 zurückreichen. In den Ausführungen von Altbürgermeister Dominikus Weiß schwingt jetzt schon spürbare Begeisterung mit. Ausschnitte aus der tausendjährigen Geschichte ihres Klosterdorfes werden die Pollinger unter der Regie von Yvonne Brosch im Juli 2010 beim Freilichtspiel auf dem Kirchplatz zeigen. „Die gespielten Szenen sollen spannend, bunt und unterhaltsam sein“, kündigt Franz Vielhuber an. Ob Bierkrieg mit den Weilheimer, Klosterpillen oder der Aufenthalt berühmter Künstler in Polling: Inhaltliche Ansatzpunkte gibt es genug. Die Pollinger Schneiderinnen sind schon mit Feuereifer bei der Sache und fertigen historische Kostüme an. Des Weiteren sind für das Pollinger Festjahr Ausstellungen und Vorträge geplant. In Weilheim werden zurzeit die Textvorlagen für die „Weilheimer Passion“ digital eingelesen und in eine spielbare Fassung gebracht. An der Inszenierung können Bürger beider Orte teilnehmen. Der historische Markt in Weilheims Innenstadt soll zusammen mit einem professionellen Marktveranstalter gestaltet werden. Laut Bürgermeister Loth soll im Festjahr auch das reguläre Kulturangebot nicht auf der Strecke bleiben. Die „Weilheimer Passion“ wird Teil des Theaterabonnements sein. Für das gesamte Kulturprogramm wurde ein Nettozuschuss von 250000 Euro festgesetzt. Dieser Betrag liegt 120000 bis 150000 Euro über dem in den letzten Jahren bewilligten Zuschuss. In beiden Orten gibt es jetzt viel zu tun: Bis zum Jahresende muss ein Werbekonzept für 2010 erstellt werden. „Im Sommer 2009 soll das komplette Programm stehen“, hält Weilheimer Kulturmanager Andreas Arneth fest, „ab Herbst müssen wir uns um die Proben Gedanken machen“. In Polling ist für den 8. Dezember ein Infotreffen für die Kulturträger und Vereine angesetzt.

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