Großer Bahnhof zum Abschied von Oberstudiendirektor Summer

"Summerkonzert" getoppt

+
Zum Abschied spendierten die Schüler ihrem „Kapitän“ eine Runde auf dem Wüstenschiff.

Weilheim – Er war ganz offensichtlich ein guter Direktor: Hermann Summer, scheidender Schulleiter des Gymnasiums Weilheim, wurde mit viel Lob und mancher Überraschung in den Ruhestand verabschiedet.

Der große Ausstand begann am vergangenen Mittwoch mit der Schülerverabschiedung im Pausenhof. Hierzu hatte sich die Schülermitverwaltung (SMV) einiges einfallen lassen. So musste Summer sein Spezialwissen als „Direx“ beim Quiz „Wer wird Pensionär“ unter Beweis stellen. Musikalisch heizte dabei die Lehrerband ein, die sonst nur bei internen Veranstaltungen des Kollegiums zu hören ist. Als Lohn für die richtig beantworteten Fragen gab’s einen Doktorhut, ein großes Ohr aus den Fingerabdrücken aller Schüler und – man höre und staune – einen Kamelritt. In orientalischem Ornat und auf einem echten Wüstenschiff ging’s für Summer rüber zur Aula, wo die offizielle Verabschiedung stattfand.

Nach der musikalischen Begrüßung durch die Big Band, die die ganze Feierstunde umrahmte, freute sich Summers Stellvertreterin Adelheid Meyer, dass er seine „Drohung“ nach dem fulminanten „Summerkonzert“ in der Vorwoche nicht wahrgemacht hatte. Da nämlich meinte der angehende Pensionär: „Das ist nicht zu toppen. Ich glaub‘, den Rest schenk ich mir!“

Landrätin Andrea Jochner-Weiß lobte Summer als „großartigen, kompetenten Schulleiter, der diese Schule geprägt und weit nach vorne gebracht hat“. Denn seine ganze Dienstzeit als Direktor war gefüllt mit großen Maßnahmen wie dem Bau des neuen D-Trakts, zahlreichen Sanierungen und schließlich der Planung für die nun beginnende Generalsanierung des C-Trakts. Für den Ruhestand wünschte sie alles Gute, ebenso wie Weilheims dritte Bürgermeisterin Angelika Flock, selbst Mutter dreier Kinder, die diese Schule besucht haben. „Eine anspruchsvolle Schule wie diese ist ein Aushängeschild für eine Stadt!“

Sehr persönliche Worte fand der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern West, Stephan Zahlhaas, der keinen „Summertime Blues“ anstimmen wollte. Er skizzierte Summers Werdegang mit den insgesamt vier Stationen in Weilheim – als Referendar, Lehrer, Seminarlehrer und Schulleiter. Da gab es wohl eine magische Anziehungskraft, so Zahlhaas, der Summers vier „Hochzeiten“ mit dem Gymnasium Weilheim mit Liz Taylor und Richard Burton verglich, die es nur auf drei gebracht hatten. Bevor es die offizielle Ruhestandsurkunde gab, resümierte er: „Summa summarum summa cum laude!“

Für das Schulleitungsteam sprach dann nochmals Adelheid Meyer, die dem erklärten Klassikfan, den sie am liebsten in denen neuen B-Bau mitnehmen würde, ein Abonnement für die Münchner Philharmoniker überreichte. Der Lehrerchor lobte den scheidenden Direktor musikalisch und von den Kollegen gab es eine Holzskulptur, die aus einem Baum vom Lehrerparkplatz gefertigt wurde, in Form einer Bratsche, wenngleich Summer den langen Hals für eher einem Cello gehörend befand.

Die SMV freute sich, in Summer immer einen Direktor mit einem offenen Ohr für die Anliegen der Schülerschaft gehabt zu haben. Ein großes Dankeschön hatte der Elternbeirat, vertreten durch seine Vorsitzende Karin Brüderle, im Gepäck. Und: „Es heißt ja, dass sich schon Abiturienten nach acht Jahren Gymnasium im normalen Leben anfangs schwer tun. Was mag es da erst für Sie – nach Ihrer doch fast fünfmal so langen Schulzeit – für eine Umstellung sein.“ Als kleine Alltagshilfe gab es eine Uhr, die eine Stunde in „Echtzeit“, also mit 60 Minuten und nicht mehr im 45-Minuten-Schulstundenrhythmus anzeigt.

Summer selbst verabschiedete sich von der Schulfamilie in Reimen. In Eugen Roth-Manier begannen die Verse mit „Ein Mensch…“ und spannten einen bunten Bilderbogen über das Summer’sche Leben von der Kindheit in Hohenpeißenberg, seine beruflichen Stationen in Bayern und England, 1 000 Unterrichtsbesuche und ebenso viele Lehrproben, alle Mitarbeiter, seine Nachfolgerin Beate Sitek und die Familie bis hin zu den Zukunftsplänen für die Pension mit viel Reisen, Diatonischer, Schreinerei und Enkelkind. Beim abschließenden Imbiss zu den Klängen der Irish Folk Band tauschte man sich noch lange über alte Zeiten aus.

Von Bianca Heigl

Meistgelesene Artikel

Auf frischer Tat ertappt

Schongau/Peiting – Waren da die gleichen Täter am Werk? Am Sonntagabend ist es der Polizei gelungen, einen Einbrecher in Schongau zu verhaften. Seine …
Auf frischer Tat ertappt

Tablets für die fünf Besten

Weilheim – Wie lassen sich gute Leistungen in der Ausbildung noch weiter verbessern, das Interesse am Beruf steigern und letztlich das Prüfungsniveau …
Tablets für die fünf Besten

Spatenstich fürs Haus für Kinder

Schongau – Während am Schongauer Schulzentrum schon seit längerem die Bagger rollen, ist nun auch auf der anderen Seite der Marktoberdorfer Straße …
Spatenstich fürs Haus für Kinder

Kommentare