Bürgerinitiative "Heimat2030" gegründet

Widerstand gegen Weilheimer Ostumfahrung

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Eine Ostumfahrung wäre ein massiver Eingriff in die Natur, kritisieren Dr. Oskar Handow, Katrin Hauser und Beate Modl (v.li.) von der BI „Heimat2030“. Vom Balkon des Hardthofs (Foto) aus ist ein Teil des geplanten Trassenverlaufs gut zu sehen. Der Tunneldurchbruch durchs Gögerl würde links von den Stadtwerken verlaufen.

Weilheim – „Heimat2030“ nennt sich eine Gruppe Weilheimer, die sich zur Bürgerinitiative (BI) formiert hat, um eine Umfahrung der Stadt im Osten zu verhindern und „eine umweltverträglichere Alternative zu forcieren“.

Auslöser für ihr Engagement war die Veröffentlichung des Entwurfs für den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030, in dem die Ortsumfahrung Weilheim mit dem Tunnel durch das Gögerl als vordringlicher Bedarf und einzige vorgeschlagene Variante aufgeführt ist. Das erklärten Dr. Oskar Handow, Kathrin Hauser und Beate Modl am Donnerstag bei einem Pressegespräch auf dem Hardthof.

„Die Fakten haben uns nicht überzeugt“, stellte BI-Sprecher Handow nach dem Analysieren des BVWP und der bisher vorliegenden Machbarkeitsstudien zur Ortsumfahrung fest. Als Beispiel führte er den „Kosten-Nutzen-Faktor“ an, der im BVWP für die Ostumfahrung Weilheim mit 2,3 beziffert ist. Je höher dieser Wert, desto sinnvoller ist ein Projekt. Von aktuell 141 als vordringlich eingestuften Vorschlägen aus Bayern weisen im BVWP laut Handow nur zwölf einen niedrigeren Faktor auf.

„Wir sind gegen diese Straße, weil sie wertvolle Natur zerstört, und wir sind uns nicht darüber einig, dass Weilheim eine Umfahrung braucht“, bezog Hauser Position. Da das Bundeskabinett im Herbst über den BVWP entscheiden wird, für den bis 2. Mai ein Bürgerbeteiligungsverfahren läuft (wir berichteten), sei Eile zum Handeln geboten. „Wir müssen jetzt ‚Stopp‘ sagen“, forderte Hauser.

Bei ihrer Unterschriftensammlung gegen die mit 35,3 Millionen Euro kalkulierte Ostumfahrung (Handow: „2009 waren es noch 18 bis 23 Millionen“) im Stadtgebiet haben die BI-Vertreter in der Bevölkerung ein großes Informationsdefizit festgestellt: „Die breite Öffentlichkeit soll wissen, worauf sie sich einlässt“, sieht Hauser deshalb Aufklärungsbedarf.

Über ihre Argumente gegen eine Ostumfahrung Weilheims und die konkreten Ziele wird die BI am Freitag, 6. Mai, ab 17 Uhr im „Haus der Begegnung“ an der Römerstraße 20 informieren. Anstatt das Umfahrungsthema auf die Frage „Westen oder Osten“ zuzuspitzen, geht es der BI um „eine Alternative, die auf beiden Seiten Weilheims so wenig wie möglich belastet“. Mehr Infos: www.weilnein.de.

Maria Hofstetter

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