Weilheimer Modellprojekt für Demenz-WGs kurz vor der Fertigstellung

Stolz auf die neue Einrichtung

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Das Regenwasser kam von oben, für das Weihwasser waren bei der Abschlussfeier für die Demenz-WGs Stadtpfarrer Engelbert Birkle (re.) und Dekan Axel Piper (2.v.re.) zuständig. Die Teilnehmer, unter ihnen Dr. Gabriele Hartl, Bürgermeister Markus Loth, Landrätin Andrea Jochner Weiß, Petra Stragies und Martin Okrslar, nahmen die nasse Partie mit Humor.

Weilheim – Nach rund drei Jahren geht der Neubau der Demenz-Wohngemeinschaften (WGs) an der Paradeisstraße in die Zielgerade. Die Gebäude stehen, der Innenausbau beginnt. Mit der Fertigstellung beziehungsweise dem Einzug der ersten Mieter rechnen Alzheimer Gesellschaft Pfaffenwinkel-Werdenfels e.V. und MARO Genossenschaft („Miteinander, aber richtig organisiert“) am 5. Februar 2016.

Am vergangenen Freitag luden die Partner zur Abschlussfeier und ökumenischen Segnung des Weilheimer Modellprojektes ein. Es wurde eine Feier auf der Baustelle, welche die Bauherren, Mieter, Vertreter der Geistlichkeit und Gäste aus der Kommunal- und Landespolitik mit Humor nahmen.

Der Auftakt mit Tusch und Gstanzln von der Bauzeit, im Bolero-Musikstil meisterlich vorgetragen vom Duo Maria Reiter und Monika Drasch, erheiterte die Anwesenden. „Danke für die tolle Einleitung. So etwas haben wir ja noch nie gehört“, freute sich die Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft, Petra Stragies.

2013 wurde nach einem Grundstück für das Vorhaben gesucht. Im Frühjahr 2014 waren die erforderlichen Genossenschaftsanteile beisam- men. Bislang haben 300 Genossenschaftsmitglieder für das Projekt über zwei Mio. Euro gezeichnet. Bauherr und Vermieter der künftigen Demenz-WGs ist die MARO-Genossenschaft.

Demenz-WGs sind eine neue Wohnform, bei der die Angehörigen die Kontrolle und Verantwortung behalten. Die Mieter werden in kleinen Gruppen rund um die Uhr nach dem Konzept der Alzheimer Gesellschaft Weilheim betreut und soweit wie möglich am Alltagsgeschehen beteiligt.

Der für heuer vorgesehene Einzug verzögert sich aufgrund von Wasserschäden auf 2016. Die zwei je 350 Quadratmeter großen Wohngemeinschaften „Josef“ und „Maria“ sind für insgesamt 19 Mieter ausgelegt. Ausdrücklich lobte Stragies den MARO-Gründer Martin Okrslar, der sich in kürzester Zeit zum Spezialisten für Finanzierungen, Bau-, Verwaltungs- und Genossenschaftsrecht weitergebildet hatte.

Ihre Anerkennung und den Dank für die Initiatoren des Projektes brachten Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Bürgermeister Markus Loth zum Ausdruck. „Eine WG mit 24 Stunden-Betreuung in Verbindung mit einem benachbarten Mehrgenerationenhaus ist eine tolle Kombination und ein anderer Weg als üblich. Hier kann eine gegenseitige Unterstützung entstehen. Wir sind stolz auf diese Einrichtung“, stellten sie fest.

Dr. Gabriele Hartl, leitende Ministerialrätin im Bayerischen Gesundheitsministerium, sparte ebenfalls nicht mit Lob. „Das Projekt entspricht in allen Punkten unseren Leitzielen. Wir haben es drei Jahre mit jährlich etwa 50 000 Euro finanziell unterstützt und jetzt ist es erfolgreich gelaufen. Dafür unsere Anerkennung“, würdigte sie Petra Stragies und MARO-Gründer Okrslar.

Letzterer schilderte den Ablauf der Bauphase mit humorvollen Anekdoten über Grundwasser und Lüftungseinsätze. Durch die Maßnahmen für den Hochwasserschutz seien die Kosten für die zwölf Tiefgaragenplätze auf 730 000 Euro gestiegen. „Man kann sich heute nicht vorstellen, dass wir am 5. Februar 2016 pünktlich einziehen werden, aber alle sagen, es klappt“, versicherte Okrslar.

Von Georg Müller

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