Weilheimer Kleinod wird Taufkapelle – Bischof Zdarsa weiht die wiedereröffnete Agathakapelle von St. Pölten

Stadtpfarrer Dr. Ulrich Lindl (v.re.) mit Bischof Zdarsa nahmen die Weihe der Agathakapelle vor. Fotos (4): Wiester

Lange war sie unbeachtet, nun erstrahlt die Agathakapelle in neuem Glanz. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten gaben der kleinen Kapelle unweit der Pöltnerkirche ihre geschichtliche Bedeutung für Weilheim zurück. Zur Wiedereröffnung und Weihe begrüßte Weilheim am vergangenen Sonntag den neuen Diözesanbischof Dr. Konrad Zdarsa.

Viele hundert Gläubige erlebten im Gottesdienst einen Bischof der klaren Worte. In seiner Predigt ermunterte dieser zu einem neuen Energiebewusstsein. Gott sei die Glaubenskraft und eigentliche Energiequelle unseres Tuns, darum dürfe nicht das Menschenmachbare in den Vordergrund treten, sondern das Wirken Gottes in dieser Welt. Dafür müsse der Christ von heute transparent bleiben, wünschte sich der Bischof. Nach dem festlichen Gottesdienst freute sich Zdarsa, die Agathakapelle als „Stätte der Wiedergeburt und Quelle des neuen Lebens“ weihen zu dürfen. Das Kleinod an der Pöltnerkirche soll nun als Taufkapelle dienen. Pünktlich zum 500. Geburtstag konnten die Sanierungsarbeiten im Innenraum der Kapelle fertiggestellt werden. Stadtpfarrer Dr. Ulrich Lindl dankte den Handwerkern und zahlreichen Spendern, die dieses Projekt ermöglicht haben, denn die Agathakapelle sei als besonderes Zeugnis des Christentums in Weilheim von hohem Wert. 1511 inmitten des alten Friedhofs von Weilheim erbaut, besticht sie vor allem durch ihren Mischstil aus später Gotik und Barock. Sie ist der heiligen Agatha geweiht, der Patronin gegen jede Feuergefahr. Auch der Glaube hat hier bei „St. Pölten“ seine ältesten Wurzeln. Die Verehrung des Pfarrpatrons von „St. Pölten“ des Heiligen Hippolyt reicht hier bis in die Mitte des 8. Jahrhunderts zurück. Eine alte Tradition wurde dabei wieder aufgegriffen, die Segnung der Agathabrote, die auf die Fürsprache der frühchristlichen Märtyrer vor Feuersgefahr bauen. Im Goldenen Buch der Stadt verewigte sich der Bischof mit seinem Wahlspruch „Der Herr selbst ist unser Friede“. Zu einer lebendigen Begegnung im Pfarrheim „Miteinander“ kamen im Anschluss viele Gemeindemitglieder zusammen. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden stellen das vielfältige Leben in der Pfarreiengemeinschaft vor. Die Jugend des Weilheimer Heimat- und Trachtenvereins führte bayerische Tänze auf. In vielen Gesprächen erlebten die Weilheimer einen zugewandten und herzlichen Bischof zum Anfassen. Mit viel Anerkennung lobte er die Maßnahmen, die zum Erhalt der vielen Gotteshäuser durchgeführt werden. Noch mehr müsse uns aber neben „die Renovierung der Herzen“ bewegen. Der Tag klang mit einer musikalischen Abendandacht in der Agathakapelle aus, die den ganzen Nachmittag über von Besuchern besichtigt werden konnte. In Zukunft wird, so Stadtpfarrer Dr. Lindl, die Agathakapelle als Ort der Taufe sowie für Andachten und musikalische Gottesdienstfeiern Verwendung finden.

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