Mit populären Gastspielen, Komödienklassiker und Krimi ins Kulturjahr 2013

Mehr Gäste ins Weilheimer Theater locken

Weilheim – „Den hohen Qualitätsstandard halten und solide weiterarbeiten.“ Mit diesem Anspruch geht Weilheims Kulturbeauftragter Andreas Arneth ins neue Jahr.

Den Hauptausschuss informierte Arneth kürzlich darüber, dass bei den Theaterabos im „wirtschaftlichen Krisenjahr 2011“ trotz allgemein rückläufiger Besucherzahlen ein Plus verzeichnet wurde. Die Veranstal- tungen waren zu 75 Prozent belegt. Das Programm mit heiteren und anspruchsvollen Ange- boten (zwei Gastspiele, zwei Eigenproduktionen, Jazztage „Ammertöne“, zwei Konzerte des Weilheimer Kammerorchesters) habe der Stadt unter dem Strich ein geringeres Defizit beschert als in den Jahren zuvor. Bei 153 000 Euro Gesamtausgaben für das städtische Kulturprogramm blieb der Stadt 2011 nach Abzug der Einnahmen (85 000 Euro) ein Defizit von 68 000 Euro. Die „positiven Tendenzen“, die sich für 2012 abzeichnen (aktuelle Zahlen liegen noch nicht vor, Anm.d. Red.), führt der Kulturmanager auf das Beibehalten des klassisch-heiteren Spielplanes zurück: Arneth geht für das zurückliegende Jahr von einer 80 bis 90-prozentigen Auslastung aus. „Signifikant eingebrochen“ sind laut Arneth die Theateraufführungen für Schulen. Seit der Einführung des G8 hätten die Schüler keine Zeit mehr für Theaterbesuche. So habe 2011 nur eine Schülervorstellung stattgefunden. Steigende Materialkosten und höhere Eigenleistungen wegen des Spardrucks gingen den Mitarbeitern an die Substanz, klagte Arneth, der froh darüber ist, im Stadttheater mit Ingo Remmers einen kompetenten Haustechniker zur Seite zu haben. Für 2013 wurde im städtischen Haushalt ein Kulturetat von insgesamt 200 000 Euro beantragt. Davon sind 24 000 Euro für die kostenlose Nutzung der Weilheimer Spielstätten durch die Vereine einkalkuliert. Mehr Präsenz zeigen Mit verstärkter Werbung will Arneth mehr Gäste in das Weilheimer Theater locken. Auch in München, „wo viele Weilheimer arbeiten“, soll auf das Kulturangebot in der Kreisstadt hingewiesen werden. Für das Stadttheater plant Arneth einen eigenen Internetauftritt und einen Anrufbeant- worter fürs Telefon. Auch das einheitlich gekleidete Personal bei den Abendvorstellungen könnte dazu beitragen, „das Gesicht des Weilheimer Stadttheaters neu zu prägen“. BfW-Stadtrat Jochen Knittel hinterfragte, ob es Sinn mache, die Eigenproduktionen auch in auswärtigen Spielstätten aufzuführen. Arneth verneinte dies, da der Markt sehr hart umkämpft sei und eine Tournee teuer käme. Ein eigenes Online-Buchungsportal zum Verkauf der Tickets scheitert nach Arneths Worten an den Finanzen: „Dazu sind wir eine Nummer zu klein.“ Programm 2013 Zusammen mit dem Verein „Freunde des Weilheimer Theaters“ sind mit „Frau Müller muss weg“ und „Tannöd“ zwei Inszenierungen des Theaters Regensburg und des Münchner Metropoltheaters vorgesehen. Die Weil­heimer Festspiele setzen auf Molieres Komödienklassiker „Tartüff“, im Winter folgt die Kriminalkomödie „Ladykillers“. Wieder im Kulturprogramm enthalten sind, mit Unterstützung der Stadt, die Auftritte des Kammerorchesters Weilheim und der Jazzreihe „Ammertöne“. Für Ostern 2014 ist die Wiederaufnahme der „Weilheimer Passion“ im Gespräch. Arneth sieht darin „die Chance, ein Stück Weilheimer Kultur zur Tradition werden zu lassen“. Die Texte seien den Mitwirkenden noch geläufig und die Bühnenaufbauten vorhanden.

Von Maria Hofstetter

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