Große Trainingsprobleme für Vereine – Stadt und TSV suchen nach Alternativen

Weilheimer Soccerhalle macht dicht

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Auf drei Soccerfeldern mit 30 x 15 Meter Spielfläche konnten Vereine und Hobby-Kicker in der „soccerhalle weilheim“ üben und ihren Mannschaftssport im Winter ausüben.

Weilheim – Keine Torschüsse, kein Anfeuern der Spieler, keine Trainingsmöglichkeiten für Weilheimer Vereine, ein Übungsplatz weniger für Freunde des Fußballs und der Weilheimer Sportkultur – die Soccerhalle Weilheim macht am 31. März zu. Inhaberin und Betreiberin Susanne März schließt die Türen.

Für den einen kann der Sommer nicht lang genug sein, doch Susanne März sieht das anders. „Der Sommer ist einfach zu lang“, erklärte sie, „die Halle ist nur fünf Monate wirklich in Betrieb. Es trägt sich einfach nicht.“ Es ist ja nicht so, als hätte die 48-Jährige nicht versucht, mehr aus der Halle herauszuholen. Sie hat viel Werbung in die Soccerhalle gesteckt, versucht, alternative Sportarten einzuführen oder auch Sport-Flohmärkte zu veranstalten. Super sind die Geburtstagsfeiern für Kinder angekommen, und die Turniere und Camps, die sie organisiert hat. Es brachte aber nicht sehr viel – zum Leid der Hallen-Sportvereine. Im Mai 2011 übernahm Susanne März das damalige Fußballcenter Oberland. Sie nannte es in „soccerhalle weilheim“ um, und gab ihr Bestes, damit der Ball immer am Rollen bleibt. So ein Gebäude verursacht viele Kosten und das Personal muss auch bezahlt werden. „Nur die Sporthalle ist 1 800 Quadratmeter groß und hat eine Höhe von neun Metern, und die muss auch beheizt werden“, erklärte März. Frieren sollen die Kinder, Jugendlichen und die ältere Generation ja nicht beim Kickern. Dass die Schließung der Weil­heimer Soccerhalle solche großen Wellen schlagen würde, das hatte die Inhaberin nicht gedacht. Denn die Vereine haben jetzt ein großes Problem: Wo trainieren die Fußballer im nächsten Winter? Die Sporthallen in Weilheim sind ausgebucht, denn die Volleyballer, Basketballer und Handballer müssen auch üben, und vor allem finden in den Hallen die Turniere und Punktspiele statt. „Es traf uns wie ein Schlag, muss ich sagen. Es hat dramatische Auswirkungen für uns“, sagte Dieter Pausch, erster Vorsitzender des TSV Weilheim. Andere Sportarten, die in den Schulhallen betrieben werden, müssten dann wieder zurückstecken und die Herbstplanung müsste neu gestaltet werden. Auch Stefan Ott, Abteilungsleiter Fußball beim TSV Weilheim, war von März’ Entscheidung, die Soccerhalle zu schließen, nicht sehr begeistert. Er kann sie aber verstehen. „Klar, es ist schade für den Fußball in Weilheim. Aber ich kann es nachvollziehen, wenn sich der Betrieb nicht mehr lohnt.“ Die Vereine, wie der TSV Weilheim, der SV Unterhausen oder der SV Polling, sind in Bedrängnis, denn bis März sollten die neuen Trainingspläne für den Herbst stehen, sonst gibt es laut Ott „riesen Probleme“. Er ist der Meinung, dass die Stadt Weilheim nun mal am Zug sei, und für die Hallensportvereine in der Stadt mehr tun sollte. „Bisher hat die Stadt ein bisschen arg wenig getan“, sagte er. Auch Pausch teilt die Ansicht, dass sich die Stadt um dieses Problem kümmern sollte. Für ihn liegt die Lösung klar auf der Hand: Eine neue Sporthalle muss her! „Dieses Problem soll von der Stadt ernst genommen werden. Ich habe mich auch schon mit Petra Hofer und dem Bürgermeister getroffen. Momentan schauen wir in verschiedene Richtungen und es werden Ideen besprochen.“ Aber: „Wir brauchen ein richtiges Projekt, es muss konkret endlich etwas passieren“, forderte der Vorsitzende. Sportreferentin Petra Hofer ist sich dem Ernst der Lage bewusst. „Die Schließung der Halle ist ein großer Verlust für uns“, sagte sie, „die Halle war toll für Kinder und auch pädagogisch sehr wertvoll. Wenn Gruppen nicht mehr so oft zusammen trainieren können, besteht die Gefahr, dass das Teamgefühl verloren geht.“ Sie kennt Pausch’s Wunsch von einer neuen Sporthalle, kann aber noch keine konkreten Antworten zu dem Thema geben. „Die Berufsschule soll ja einen neuen Standort bekommen, und vielleicht ergibt sich ja da ein Synergieeffekt“, sagte sie. „Aber wir wissen, es brennt! Wir tun unser Bestes, um alle so gut wie möglich zu unterstützen.“ Für die Zukunft der Soccerhalle gibt es schon Pläne, „aber es ist noch nichts definitiv“, sagte März. Die Inhaberin verkauft ab Ende März ihr gesamtes Inventar. Wer Interesse hat, kann sich gerne bei Susanne März unter der Tel. 0172/8196718 melden.

Von Alma Jazbec 

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