Weilheimer starten mit zwei Teams in das Rennen nach Teheran

Abenteuer Allgäu-Orient-Rallye

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Sie werden sich bei der Allgäu-Orient-Rallye in das Abenteuer stürzen: v.li. Rob und Uli Lange, Nico Thumann, Werner Ascher-Blessing und Simon Stachulla.

Weilheim – Zwölf Freunde aus dem Landkreis und aus Regensburg stürzen sich in das Abenteuer einer Rallye und nehmen gleichzeitig an einer großen Charity-Aktion teil. Die Rede ist vom Rust’n’roll Racing Team, das bei der Allgäu-Orient-Rallye 2016 mit zwei Teams – Startnummern #92 und #99 – an den Start gehen wird.

Den Wunsch, an der Rallye teilzunehmen, hatte Nico Thumann schon länger. Jetzt wollte er die Idee umsetzen und suchte nach Gleichgesinnten. Die waren schnell gefunden und der ein oder andere stimmte wohl auch aus einer Bierlaune heraus zu. Da den Regeln der Allgäu-Orient-Rallye zufolge ein Rallyeteam aus sechs Personen und drei Autos besteht, ist das Rust’n’roll Team folglich mit zwei Startplätzen und sechs Autos vertreten. Pro Auto entfallen also zwei Fahrer. Die Team-ups sind Susanne Becke und Benjamin van der Elz, Uli und Rob Lange, Helmut und Tobi Muche, Simon Stachulla und Simon Epple, Kirsten Große Lackmann und Nico Thumann sowie Franz Erhard und Werner Ascher-Blessing.

Bereits zum elften Mal wird die Allgäu-Orient-Rallye stattfinden; der Start ist wie immer in Oberstaufen (Ende April, Anfang Mai), Ziel ist erstmals Teheran. In den vergangenen Jahren endete die Rallye in Jordanien. Für die Veränderung entschieden sich die Veranstalter nicht nur der Abwechslung wegen, sondern auch aufgrund der Lage in Syrien. Nach dem Start ist die erste Etappe Istanbul, das die Teilnehmer in vier bis fünf Tagen erreichen müssen. Dort wird es dann ein kleines Event geben. Dem folgt die zweite Etappe nach Teheran. Die gesamte Rallye wird drei Wochen laufen.

Ziel der Rallye ist neben Spaß und Abenteur von Anfang an der Charitycharakter. So wurden über die Jahre mehrere Projekte umgesetzt: 2012 wurde eine Schule in Ostanatolien mit moderner Technik und Schulmaterial ausgestattet, 2009 die Organisation eines deutsch-jordanischen Jugendcamps in Jordanien gefördert oder 2013 die Dream Foundation in ihrem Kampf gegen Hunger unterstützt.

Der soziale Aspekt ist dem Rust’n’roll Team sehr wichtig. Neben dem offiziellen Projekt – das im Moment noch nicht bekannt gegeben ist – haben sie sich daher für eine weitere, eigene Aktion entschieden. Die Racer werden die Rumänienhilfe des AWO-Ortsverbandes Weilheim unterstützen. „Wir werden in den Autos so viel wie möglich mitnehmen und die Sachen dann in Absprache mit Mariana Petersel und Gerhard Trautinger von der AWO Weilheim verteilen“, erklärte Rob Lange.

Natürlich unterliegt die Rallye bestimmten Regeln, welche die Teilnehmer beachten müssen, um zu gewinnen. So müssen die Autos der Teilnehmer mindestens 20 Jahre alt oder nicht mehr als 1111,11 Euro wert sein. Die gesamte Strecke darf nur auf Nebenstraßen gefahren werden, Autobahnen und Navigationssysteme sind nicht gestattet. Das gesamte Team muss in mindestens einem Auto am Ziel eintreffen und trägt die Kosten für Verpflegung und Rückreise selbst. Gefahren wird nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung des jeweiligen Landes, die genaue Wahl der Strecke bleibt jedem Team selbst überlassen. Allerdings wird von den Organisatoren das sogenannte Roadbook ausgegeben, in dem Prüfungen verzeichnet sind, die es unterwegs zu erfüllen gilt. Daraus ergibt sich dann auch eine Leitlinie für die zu fahrende Route. Für das besondere Abenteuerflair sorgt auch die Regel, dass nur im Auto, Zelt oder einem Hotel, wo das Zimmer nicht mehr als 11,11 Euro kostet, übernachtet werden darf. „Es ist einfach nur ein Abenteuer“, sagte Simon Stachulla begeistert. Uli Lange ergänzte: „Genau das soll es sein, ein Abenteuer und Spaß, aber eben auch Charity. Es ist eine großartige Aktion zur Völkerverständigung.“ Zu gewinnen gibt es bei der Rallye auch etwas: der erste Preis war bislang ein echtes Kamel, das letztlich aber auch zugunsten der Charity gespendet wurde.

Die Anmeldung für die Rallye war am 7. Juli und seitdem laufen die Vorbereitungen des Teams auf Hochtouren. Die sechs Autos hat das Team bereits. Sie treten an mit einem Subaru Forester namens „Jerry Lee“, „Elvis“, einem Audi A6 2,4 quattro, zwei Volvo 850 mit den Namen „Skeletor“ und „Bill Haley“ sowie den beiden Subaru Legacy „Hank Williams“ und „Ray Charles“. Am Ende der Tour werden die Autos ebenfalls für den guten Zweck gespendet. Zu erkennen ist das Team auch an der einheitlichen Bemalung, die alle Wagen bekommen haben. Einzelne Reparaturen und Ergänzungen müssen noch vorgenommen werden, bevor die endgültige TÜV-Abnahme erfolgen kann.

Außerdem müssen die Verpflegung und Ausrüstung organisiert und die Spenden für die Rumänienhilfe gesammelt werden. „Wir haben noch das ein oder andere zu tun, freuen uns aber schon sehr“, sagte Nico Thumann. „Das Tolle an dieser Rallye ist auch, dass jeder Teilnehmer die Sicherheit des Teams hat. Keiner ist bei diesem Abenteuer alleine“, erklärte Simon Stachulla.

Zu den Vorbereitungen des Rust’n’roll Teams gehört auch die Suche nach Sponsoren. „Wir suchen dringend noch Sponsoren, die uns unterstützen. Allein das Benzin kostet uns einiges. Wir freuen uns daher über jede Spende. Gerne stellen wir die Autos auch als Werbefläche, zum Beispiel für Firmen, zur Verfügung“, sagte Nico Thumann.

Mehr Infos zum Team und zur Rallye gibt es auf der Website unter http://rustnroll-racing.de/ oder via Facebook /www.facebook.com/rust-n-roll. Sponsoren können auch via E-Mail unter simon@ak400.de Kontakt mit der Gruppe aufnehmen.

von Melanie Wießmeyer

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