Weilheims Polizeichef gibt detailliertes Bild über Lage im Stadtgebiet

Sicherheit auf hohem Niveau

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„Das Soll wird nicht erreicht. Aber es ist nicht so, dass ich um Hilfe rufen muss. Wir kommen zurecht." Polizeichef Harald Bauer auf eine Frage zur Personalsituation in der Weilheimer Dienststelle.

Weilheim – „In Weilheim lässt es sich sicher leben. Die Aufklärungsquote der Straftaten im Stadtgebiet liegt mit 72,1 Prozent deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt (62,8).“ Das war eine der Kernaussagen, als der Chef der örtlichen Polizeiinspektion (PI) Harald Bauer dem Stadtrat seinen Bericht für 2015 präsentierte.

Die meisten Straftaten bezogen sich auf Diebstahldelikte (341, 2014: 373), gefolgt von Sachbeschädigungen (206/ 210), Körperverletzungen (141/ 137), Drogendelikten (100/ 84) und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (3/4) – die jeweils zweite Zahl bezieht sich auf 2014.

Von den insgesamt 651 Tatverdächtigen waren 472 männlich. Den leichten Anstieg bei den Drogenstraftaten begründete der PI-Leiter damit, dass die Ermittlungen gegen Dealer oftmals weitere Verfahren nach sich ziehen. Als erfreulich bezeichnete Bauer den Rückgang der Jugendkriminalität von 26,6 auf 22,8 Prozent.

Der Anteil an ausländischen Tatverdächtigen (30,6 Prozent) ist gegenüber 2014 (23,9) zwar gestiegen, lag nach Bauers Aussage jedoch deutlich unter dem bayernweit ermittelten Wert von 37,6 Prozent. Stadtrat Werner Loos (FW) sah in den Zahlen der Kriminalitätsstatistik die Realität nicht richtig wiedergegeben: Gemessen an ihrem Anteil an der Weilheimer Bevölkerung waren sie unter den Tatverdächtigen überproportional vertreten, so Loos. Damit sei jeder fünfte Ausländer tatverdächtig geworden, bei den Einheimischen nur jeder 47.

Einbrüche verhindern helfen

Insgesamt 29 Mal waren im vergangenen Jahr Einbrecher am Werk. In zwölf Fällen (9) hatten es die ungebetenen Gäste auf Büros, Werkstätten und Lagerräume abgesehen. Zehn Einbrüche (9) wurden in Warenhäusern und Verkaufsräumen begangen. Wie im Jahr davor hatten die Einbrecher sieben Wohnungen ins Visier genommen, davon zwei während des Tages (3).

Um die Einbrüche im Stadtbereich zu senken, ist für die Polizei die Mithilfe der Bürger wichtig. Wer Auffälliges wahrnimmt, sollte das sofort unter der kostenlosen Telefonnummer 110 melden. „Hinschauen, nicht wegschauen“ und auch bei geringem Verdacht nicht zögern, zum Hörer zu greifen, forderte Bauer zum Handeln auf.

Heikle Einsätze in Flüchtlingsunterkünften

Beim Thema Asylbewerber bestätigte Bauer, dass die Polizei „schon immer wieder Einsätze fahren muss“. Die meisten Ausschreitungen wurden in den Gemeinschaftsunterkünften von den Bewohnern selbst begangen. Je größer die Unterkunft, desto höher das Konfliktpotenzial unter den verschiedenen ethnischen Gruppen und die Gefahr von gewalttätigen Übergriffen. Diese wurden häufig von alkoholisierten Männern verübt, oftmals waren dabei Messer im Spiel. Für die Einsatzkräfte waren dies heikle Situationen.

2014 lebten 95 Asylbewerber im Stadtgebiet, im folgenden Jahr waren es 272 und Ende April dieses Jahres 362. „Auswirkungen auf die Weilheimer Bevölkerung“ hätten sich dadurch kaum ergeben, trat der PI-Chef von einheimischen Bürgern geäußerten Ängsten entgegen.

Moral bei Parkremplern gesunken

Wie bereits ausführlich berichtet, haben die Verkehrsunfälle im Stadtgebiet von 772 in 2014 auf 890 deutlich zugenommen. Die PI Weilheim verzeichnete damit 2015 den Spitzenwert der vergangenen zehn Jahre. 132 (125) Personen wurden verletzt. Besonders auffällig war der Anstieg bei den Unfallfluchten von 211 auf 274 Delikte. Die Moral der Parkrempler habe stark nachgelassen, resümierte Bauer.

Kein Autokorso in der Innenstadt

Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen beim Fußball-EM-Halbfinale 2012 in der Weilheimer Innenstadt wurde diese zwei Jahre später während der WM-Übertragungen für den Verkehr gesperrt (wir berichteten). Dieses Konzept hatte sich nach den Worten von PI-Chef Bauer bestens bewährt. „Wir wollen das heuer wieder so machen“, kündigte er für die Fußball-EM an, die vom 10. Juni bis 17. Juli in Frankreich ausgetragen wird.

Die Polizei wolle Korsos nicht generell unterbinden, doch gebe es bestimmte Regeln, die die Fans einhalten müssten. Bauer verwies in diesem Zusammenhang auf kritische Situationen beim Halbfinale 2012 in Weilheims Innenstadt mit „aufgeschaukelten“ Autos, Verletzten und zerborstenen Schaufensterscheiben. 2014 hätten sich zahlreiche Anwohner nach der WM für die Sperrung des Zentrums bedankt.

Von Maria Hofstetter

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