Granerhof: Anwohner kritisieren Informationspolitik der Gemeinde

Bedenken gegen das Wellness-Hotel

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Seit 2007 treibt Manfred Vollmer seine Pläne voran, den von ihm erworbenen Granerhof (links oben) zu einem Wellness-Hotel umzubauen.

Böbing – Wiesn-Wirt Manfred Vollmer sorgte bei den Anwohnern rund um den Granerhof schon im letzten Jahr mit einem Schwarzbau für Unmut. Jetzt stößt auch das geplante Wellness-Hotel den Nachbarn sauer auf. Sie sehen bei dem Projekt erhebliche Probleme und kritisieren die Gemeinde für ihre Informationspolitik.

In einem vierseitigen Brief an die Gemeinderäte hat Bernhard Bayer zusammengefasst, was er und einige seine Nachbarn befürchten. Denn er wirft dem Bürgermeister „Halbinformationspolitik“ vor. Dieser jedoch sieht das ganz anders. Bereits im Januar habe es eine Informationsveranstaltung für die rund 30 Betroffenen gegeben, weist Peter Erhard auf Nachfrage des Kreisboten hin. „Diese war sehr fruchtbar.“ Einige Einwände seien bereits in einem neuen Plan zum Areal umgesetzt worden. „Ob das zufriedenstellend ist, wird sich zeigen“, hofft Erhard auf das Wohlwollen der Anwohner, die er schon frühzeitig einbeziehen möchte. „Später gibt es strenge Fristen. Jetzt können wir noch leichter etwas verändern.“ Der Bürgermeister betont, dass ein Bebauungsplan zwar seit Jahren bestehe, die aktuelle Version jedoch längst nicht satzungsfähig sei. Bisher gebe es nur einen Aufstellungsbeschluss. „Das sind alles nur Entwürfe“, sagt Erhard. „Es gibt noch keinen genauen zeitlichen Fahrplan.“

Bayer hingegen findet: „Die Veranstaltung war eine Farce. Informationen gab es erst nach mehrmaligem Nachfragen.“ Auch habe er bereits vor längerer Zeit mit seinem Anwalt einen Brief an die Gemeinde geschrieben und noch immer keine Antwort erhalten.

Er hat daher inzwischen selbst versucht, sich einige Fakten zu errechnen. Bei einem Hotel mit 140 Betten befürchtet er ein erhebliches Verkehrsaufkommen – um eine nötige Mindestauslastung von 70 Prozent zu erreichen, müssten 98 Gäste pro Nacht im Hotel schlafen. Damit verbunden gibt Bayer einen erhöhten Wasserverbrauch zu bedenken. Hotelgäste und Wellnessbereich würden etwa den jährlichen Wasserverbrauch von 365 Zweifamilienhäusern haben, rechnet er in seinem Schreiben vor.

Erhard hingegen sieht in den vielen Besuchern eine Chance für die Region und spricht von einem Haus mit 120 Betten. „Der Tourismusverband hat bestätigt, dass ein solches Hotel im Pfaffenwinkel fehlt“, ist er sicher, damit einen Mehrwert für die Region zu erreichen. Bayer sieht aber genau in den erholungssuchenden Besuchern auch ein Problem, denn rundherum sei vor allem landwirtschaftlich genutzte Fläche. „Die Lärmbelästigung und der Geruch wirken sich auf die Zufriedenheit der Gäste aus“, hält er Konflikte zwischen Landwirten und Hotelgästen für vorprogrammiert. Erhard glaubt hingegen, dass beide Bereiche miteinander vereinbar seien. Sprengungen für eine Tiefgarage, so Bayer weiter, könnten negative Auswirkungen auf den Boden haben. „Von Sprengungen höre ich zum ersten Mal“, zeigt sich Erhard jedoch überrascht.

In das Projekt, um das es in den letzten Jahren still geworden war, scheint also derzeit wieder Bewegung zu kommen. Auf der einen Seite gibt es große Sorgen, Ängste und Bedenken, die andere Seite sieht Vorteile für den Ort und den Tourismus in der Region. Wie es weiter geht, steht derzeit noch nicht fest. Bei einem Ortstermin in dieser Woche möchte der Bürgermeister aber auf die Anwohner zugehen. „Wir nehmen die Bedenken ernst.“

Von Ursula Gnadl

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