Auf der Wiese abgerockt - 400 Besucher tanzen bei

Sie brachten trotz Nieselregen den Sommer zurück: 16 lokale und überregionale Bands begeisterten am Freitag und Samstag beim ersten Weilheimer „Hammerrock“ die 400 Besucher des Open-Air-Konzertes.

Weilheim – „Wir lassen uns gehen und machen uns frei. Von allen Gedanken, dem Alltag, der Zeit“, singt Oliver Gottwald am Festivalfreitag in sein Mikrofon. Scheinwerfer tauchen die Bühne und die Augsburger Jungs von „Anajo“ in ein Lichtermeer aus Rot, Gelb, Grün und Blau. Vom herbstlichen Wetter unbeeindruckt tanzen einige hundert Konzertbesucher auf dem Festivalgelände des Weilheimer „Hammerrock-Open-Airs“. Ingolf Nösser lässt die Drumsticks über sein Schlagzeug sausen, Bassist Michael Schmidt zupft an den Saiten seines Instruments. „Anajos“ Gute-Laune-Indie-Pop bringt den Sommer noch einmal zurück. Die Fans werfen sich grün-weiße Wasserbälle zu, tanzen ausgelassen und singen begeistert mit – viele kennen die Texte auswendig. Drei Stunden vorher harrt ein Gros des Publikums im Partyzelt aus. Nieselregen hat die Musikliebhaber dorthin vertrieben. Nur einige wenige stehen vor der Bühne, als die Weilheimer Lokalmatadoren von „Knopf“ loslegen. Der Band gelingt es dennoch, mit ihren rasanten, rockigen Songs und ihrer überraschend-spritzigen Bühnenshow für Partylaune zu sorgen: So animieren die Rockmusiker ihre Fans, die Schuhe auf die Bühne zu werfen – und tatsächlich fliegen etliche Treter in Richtung Band, ihre Besitzer hopsen in Socken über das nasse Gras. Ein lustiges Spektakel! Sommerliche Klänge gibt’s auch bei den „beNuts“ aus München auf die Ohren. Die Ska-Band bringt mit ihren peppigen Rhythmen die Fans zum Toben. „Das Leben ist zu kurz. Lass’ es einfach passieren“, fordert Sänger El Konno die Zuhörer auf. Diese gehen mit, feiern, verbreiten ausgelassene Partystimmung. Erneut fliegen Wasserbälle durch die Luft. Die fetzige Musik dröhnt aus den Lautsprecherboxen – und lockt schließlich viele Open-Air-Besucher, die im Partyzelt Unterschlupf gesucht haben, zum Ort des Geschehens. Anschließend entert die Weilheimer Metallband der„Hell Rangers“ die Bühne. Die harten Burschen haben eine ausgefallene Nebelmaschine mitgebracht: ein Pocket-Bike. Schlagzeuger Sebastian Lichtner fährt mit dem Mini-Motorrad vor, lässt die Reifen durchdrehen. Rauch steigt auf. Die Fans jubeln. 1000 Besuchern hatten die Veranstalter des „Hammerrocks“, der heuer Premiere feierte, erwartet. Das Weilheimer Jugendparlament konnte jedoch nur etwa 400 Musikliebhaber begrüßen. 16 bekannte lokale und überregionale Bands (Finally Deaf, Scrubs, Rebellion Of One, Knopf, beNuts, Hell Rangers, Anajo, Miranda, The Crime, Grandpa Herb, Envinya, Tenside, The Stories, Straight Ahead, Bellibone und Wilson jr.) waren am Start. Das Wetter machte dem zweitägigen Rock- und Pop-Freiluft-Konzert allerdings einen Strich durch die Rechnung. So nutzen nur wenige Festivalbesucher die Möglichkeit, zu zelten. Vereinzelt machten es sich hartgesottene Camper in kuscheligen zwei-Mann-Zelten oder geräumigen fünf-Personen-Camping-Schlössern gemütlich. „Diejenigen, die da waren, fanden das Festival super. Sie waren begeistert“ , sagt Sebastian Brombach, der Hauptverantwortliche. Ob es im nächsten Jahr eine zweite Auflage des „Hammerrock-Open-Airs“ geben wird, sei momentan schwer zu sagen: „Es enttäuscht sehr, dass nicht so viele Leute da waren, wie wir gedacht haben.“ Ein großes Festzelt, mehrere Essens- und Getränkestände, Bierbänke und Dixie-Klos hatten die Veranstalter auf dem 10000 Quadratmeter großen Gelände am Ortsrand Weilheims in Richtung Polling aufgebaut. „Das Jugendparlament hat viel Mut bewiesen, sich diese Größenordnung zuzutrauen“, sagt Kreisjugendpflegerin Karin Hinzpeter-Gläser. Das verdiene großen Respekt.

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