Neujahrsempfang: CSU-Bürgermeisterkandidat kritisiert Wirtschaftspolitik der BfW

"Regierende Mehrheit brechen"

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„Wir brauchen nicht mehr den x-ten Verbrauchermarkt in Weilheim, wir sind bereits gesättigt damit“, sagte Stefan Zirngibl und holte sich dafür Applaus aus dem Publikum.

Weilheim – Die Wirtschaftspolitik in Weilheim zur Chefsache machen („das kann man nicht delegieren“) und die Bürger stärker in Planungsprozesse einbinden: Das verspricht der CSU-Ortsvor- sitzende Stefan Zirngibl den Weilheimern, wenn sie ihn am 16. März zum Bürgermeister wählen.

Beim gut besuchten Neujahrsempfang der CSU im Pfarrheim Miteinander kritisierte Zirngibl, dass in der Stadt zwar über viele Projekte und Vorhaben diskutiert aber in einigen Bereichen wenig vorangebracht werde.  So würden laufende Grundstücksverhandlungen mit privaten Eigentümern ins Stocken geraten, weil diese sich von der Stadt nicht mitgenommen fühlen. Da wäre es doch sinnvoller, „zuerst die Tinte unter den Vertrag zu setzen, bevor man öffentlich über die Nutzung von Gebäuden und Grundstücken diskutiert“, wandte sich Zirngibl an die Gäste, unter denen sich auch Altbürgermeister Klaus Rawe mit Gattin befanden. In anderen Kommunen würden die Steuereinnahmen sprudeln, nicht aber in Weilheim, obwohl hier der Hebesatz für die Gewerbetreibenden auf 380 Prozentpunkte angehoben wurde, dementierte Zirngibl eine Aussage von Bürgermeister Markus Loth (BfW) über die gute wirtschaftliche Entwicklung Weilheims. Seine Argumente werden im Stadtrat zwar gehört, beklagte sich der CSU-Ortsvorsitzende, aber er rede oft „gegen eine Bretterwand“. Die Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Wirtschaftsanalyse des Weilheimer Standortfördervereins (wir berichteten) seien dem Stadtrat bislang vorenthalten worden. „Spätestens nach der Wahl werden diese Zahlen aber Thema im Stadtrat sein“, kündigte Zirngibl an. Wofür der 53-Jährige als Bürgermeister unter anderem noch eintreten will: „Wir müssen bezahlbaren Wohnraum für junge Weilheimer schaffen (‘die Stärkung der Familie ist wichtig’), über ein weiteres Einheimischenmodell nachdenken, neue Gewerbebetriebe ansiedeln und damit weitere Arbeitsplätze schaffen. Denn 6 500 Auspendler verlassen täglich Weilheim“, rechnete Zirngibl vor. Da die Weilheimer Geschäftswelt rund 118 Millionen Euro Umsatz aus dem Umland generiere, müssten die Rahmenbedingungen, insbesondere die Parkplatzsituation verbessert werden, forderte Zirngibl. „Ich habe kein Abi, aber ich weiß, wo ich herkomme und wo meine Wurzeln sind“, ging der CSU-Bürgermeisterkandidat, der 1989 den Schlosserbetrieb seines Vaters über- nommen hat, zum persönlichen Teil seiner Vorstellung über. Zirngibl sitzt seit 1990 im Stadtrat und vertritt als Kreishandwerksmeister diesen Wirtschaftszweig im Oberland. „Wenn Sie mich zum Bürgermeister wählen“, versprach er salopp, „dann reiß ich mir den Hintern für Sie auf.“ Der Fraktionsvorsitzende Klaus Gast präsentierte anschließend die Kandidaten für den neuen Stadtrat (Gast: „eine starke Liste“), während Zirngibl den vortretenden Damen jeweils eine Rose und den Männern eine Halbe Dachsbier überreichte. Bezirksrätin Alexandra Langer hielt in ihrem Grußwort eine gute Nachricht parat: Zum zweiten Mal in Folge, so die Bezirks- und Stadträtin, senkt der Bezirk heuer seine Umlage um 0,5 Prozentpunkte und entlaste damit die Landkreise. Eine Lanze für Europa brach der Stimmkreisabgeordnete Harald Kühn. Er ging auch auf die derzeitigen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten ein und warnte davor, die kommunale Trinkwasserversorgung dem Gewinnstreben des freien Marktes zu überlassen.

Von Maria Hofstetter

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