"Wir sind stolz auf uns" – Jubiläumsfestabend des Hospizvereins im Pfaffenwinkel mit vielen Ehrungen

Staatsminister Dr. Marcel Huber (li.), Vereinsvorsitzende Renate Dodell (re.) und ihr Stellvertreter Elmar Schneiderling zeichneten verdiente Hospizmitarbeiter aus. 20 Jahre ehrenamtlicher Hospizhelferdienst: Martina Ananda Marker, Wendy Diehl, Maria Filgertshofer, Marianne Graßl. Zehn Jahre hauptamtliche Tätigkeit: Ulrike Bosse-John, Angelika Müller, Elke Seidenberger,Astrid Grotzke. 20 Jahre hauptamtlicher Dienst: Schwester Angela Kirchensteiner. Zehn Jahre stationärer Dienst: Ute Kühn, Anni Gierl und Claudia Rauer. Foto: Jepsen

„Sterben ist keine Krankheit. Sterben gehört zum Leben.“ Nicht nur die Vorsitzende Renate Dodell fand beim Jubiläumsfestabend des Hospizvereins im Pfaffenwinkel nachdenkliche und einfühlsame Worte.

Mit Bayerns Umwelt- und Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber und dem Geschäftsführer des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes Dr. Erich Rösch waren prominente Redner in den Bibliothekssaal gekommen, um mit knapp 300 geladenen Gästen das 20-jährige Vereinsjubiläum und zehnjährige Bestehen des stationä- ren Hospizes zu feiern. Im Mittelpunkt der Festlichkeiten stand eine Mitarbeiterin, die Dodell als „Mutter unserer Hospizarbeit“ und Huber als „Engel auf Erden“ bezeichnete: Schwester Angela Kirchensteiner. Die Leiterin des ambulanten Hospizdienstes bekam für ihr unermüdliches Engagement ebenso wie Hospizhelferin Marianne Graßl die Vereins-Ehrenmitgliedschaft verliehen. „Was Sie leisten, geht weit über das hinaus, was man von einem Menschen verlangen kann“, lobte der Minister den Einsatz der Ordensschwester. Zusammen mit den Initiatoren Dr. Albrecht Schätz, Rita Ruppert und Maria Stewens war Kirchensteiner ab 1992 die treibende Kraft im Aufbau der Hospizbewegung im Pfaffenwinkel. Der Weg, sagte sie im Rückblick, sei „nicht immer einfach“ gewesen: „Die Leute haben anfangs geglaubt, dass das alles nicht notwendig ist.“ Vor allem als es darum ging, 2002 einen Standort für das stationäre Hospiz zu finden, hat es Widerstände gegeben. Der ursprünglich angedachte Standort in Bernried ließ sich nicht realisieren. Kirchensteiner: „Die Bernrieder hatten Angst vor dem Sterben.“ Dennoch habe es immer wieder „wunderbare Fügungen gegeben“. Die Hospizbewegung im Pfaffenwinkel würde inzwischen „sehr gut dastehen“, so dass die Menschen am Ende ihres Lebenswegs gut versorgt werden könnten: „Wir sind stolz auf uns und dankbar für alles“, sagte Kirchensteiner unter dem Beifall der Festgäste. Huber als auch Rösch würdigten die Bedeutung der Hospizarbeit. Angesichts des demografischen Wandels verfolge man laut Huber das Ziel, ein flächendeckendes Angebot in Bayern zu installieren. Dabei müsse es eine „harmonische Zusammenarbeit“ mit der Palliativmedizin geben. Eine klare Absage erteilte Huber der aktiven Sterbehilfe: „Das kann nicht der Weg Bayerns sein.“ Laut Rösch könne die Hospizarbeit auf das „Wie“ und „Wo“ einwirken. Das „Wann“ dürfe keinesfalls beeinflusst werden: „Einem Christen dreht sich da der Magen um.“ Rösch forderte die Politik auf, die Hospizbewegung in den Verhandlungen mit den Krankenkassen zu unterstützen. „Ihr Dienst ist unbezahlbar. Leider wird er von einigen Stellen oft mit kostenlos verwechselt“, so Rösch.

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