Was wird aus den Hauptschulen? – Viele Fragen an Kultusminister Spaenle bei der Vorstellung der neuen Mittelschule blieben offen

Viele Versprechen und beschwichtigende Worte waren am vergangenen Donnerstag im Pfarrheim „Miteinander“ in Weilheim zu hören. Vom „Rohstoff Geist“ war die Rede, davon, dass Schule die Gesellschaft nicht kalt lassen darf und dass innerhalb dieser Institution ausgezeichnete Arbeit geleistet wird, die es zu würdigen gilt.

Dennoch waren die Antworten des Kultusministers Dr. Ludwig Spaenle nicht für alle befriedigend, die Diskussions- runde musste nach zweieinhalb Stunden mit Blick auf die Uhr abgebrochen werden. Fragen gab es allerdings noch viele. Spaenle war der Einladung des Weilheimer Ortsverbands der CSU gefolgt, um über die Zukunft der bayerischen Hauptschulen zu sprechen. Da gleichzeitig ein Berufsinformationsabend an der Weilheimer Hauptschule stattfand, entging Spaenle weitgehend den Fragen der Weilheimer Betroffenen, musste sich aber dennoch unangenehme Diskussionsbeiträge seitens Lehrern, Eltern und anderen Anwesenden gefallen lassen. Nach einer rhetorisch einwandfrei vorgetragenen, allerdings inhaltlich äußerst verwirrenden Einführung in die Pläne des Kultusministeriums, die Hauptschule in eine Mittelschule zu verwandeln, hagelte es Fragen und Kritik. Spaenle betonte, dass die neue Mittelschule „kein Abziehbild einer anderen Schulart“ werden, sondern den „Pflichtschulcharakter der Hauptschule mit ihren Alleinstellungsmerkmalen“ bewahren soll. Dabei sei entscheidend, so der Minister, dass die Vorbereitung der Schüler auf den Beruf herausgestellt wird und das Klassenlehrerprinzip, das den Lehrer als pädagogische Bezugsperson sichert, bestehen bleibt. Bei der Mittelschule geht es laut Spaenle aber nicht darum, der Hauptschule ein neues Etikett zu verleihen, sondern den Fortbestand dieser Schulform, mit weiterentwickelten Konzepten wie der Einführung von Ganztagsangeboten, zu gewährleisten. Eine Auflösung der Hauptschule als ein Glied des bayerischen Schulsystems hält Spaenle für grundverkehrt, da der Erhalt dieser Schulform eine individuelle Ausbildung der Kinder darstelle. Die zukünftigen Mittelschulen sollen sich nach dem Konzept der Regierung zu Schulverbänden zusammenschließen, um möglichst viele kleine Hauptschulen im Landkreis zu erhalten. Dass eine Ganztagsbetreuung und die dann notwendige Erhöhung der Lehrerzahlen den Freistaat vor eine finanzielle Herausforderung stellt, räumte Spaenle ein, woher dieses Mehr an Hauptschullehrern, die schon jetzt spärlich gesät sind, kommen soll, konnte er allerdings nicht beantworten. Auch wurde den meisten Anwesenden bis zum Schluss der Diskussionsrunde nicht klar, welchen Vorteil die Schüler, um die es ja geht, aus der Weiterentwicklung der Hauptschule zur Mittelschule ziehen.

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