Wird die Planung noch einmal gekippt? – Bürger demonstrieren gegen Rechtsversatz auf Pähler Umgehungsstraße – Landrat lenkt ein

Direkt an der Baustelle der Umgehungsstraße fanden sich die Demonstranten ein. F.: Privat

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ELISABETH WÄSPI, Raisting/Pähl – Erhitzte Gemüter gab es, als bei der Sitzung des Kreistages am Freitag vergangener Woche in Raisting ein unvorhergesehener Tagespunkt zur Sprache kam: Die Pähler Umgehungsstraße. Zur Debatte stand die Planung des Straßenbauamtes, die den Kreisräten Bauchschmerzen bereitet. Damit waren sie gleichsam das Sprachrohr der rund 200 Bürger, die zu dieser Stunde demonstrierten. „Wir wollen ja eine Umgehungsstraße, aber sie soll sicher sein“, sagte Werner Grünbauer, Sprecher der Interessensgemeinschaft der Bürger, die sich für einen Kreisverkehr einsetzen. Die Planung sieht einen Rechtsversatz auf der Raistinger Straße vor. Dabei biegen diejenigen, die die Umfahrung queren wollen, nach rechts auf die Umfahrung, um sie dann gleich wieder über eine Linksabbiegespur zu verlassen. Die Bürger zitieren dabei eine Studie der Fachhochschule Giessen-Freiberg, die dieser Version ein acht Mal höheres Unfallrisiko bescheinigt als einem Kreisel, vor allem, wenn träge Fahrzeuge aus der Landwirtschaft involviert sind. 2000 Unterschriften sammelten die Bürger, um dagegen zu mobilisieren. Landrat Dr. Friedrich Zeller indessen hatte als Befürworter der Planung einen schweren Stand: „Das ist Sache des Straßenbauamtes.“ Vehementer Widerspruch kam vor allem von Josef Taffertshofer (BfL), der ihm vorwarf „sich hinter Nichtzuständigkeiten zu verstecken“. Mit der Drohung, dass Zeller den nächsten Verkehrstoten zu verantworten hätte, erntete Taffertshofer heftigst Widerspruch. Alfred Honisch (Grüne) gab zu bedenken: „Wir dürfen keine Stuttgart 21 ähnlichen Zustände heraufbeschwören. Wenn sich Bürger schon einbringen, soll das auch berücksichtigt werden.“ Ein handfestes Beispiel führte Markus Loth (BfL) an. Die Planungen zur Trifthof-anbindung seien 1996 richtig erschienen, heute seien sie es eben nicht mehr. „Fehler durch einen Umbau auszubügeln kostet viel mehr, zumal ein Kreisel fast kostengleich ist.“ So lenkte Zeller schließlich ein. Er werde sich noch einmal mit Straßenbauamt und Bürgern an den Tisch setzen.

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