Wolfgang Ambros sorgt für ausverkaufte Stadthalle in Weilheim

Im Herzen jung geblieben

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Begleitet von der „No. 1 vom Wienerwald“ begeisterte Wolfgang Ambros die voll besetzte Stadthalle.

Weilheim – Er spielt im Sitzen, die Gitarre und die Mundharmonika bekommt er direkt an seinen Platz gebracht. Älter ist Wolfgang Ambros geworden. Aber so ist nun einmal der Lauf der Zeit.

Auch ein Großteil das Publikum hat inzwischen ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel. Doch der Zauber wirkt noch immer. Wolfgang Ambros hat die Massen im Griff.

„Der Ambros“, ruft ein Gast aus dem Publikum auf die Frage, wer denn heute unsere die Vorbilder seien. Dieser Ausruf sagt alles. Die wilden Jahre sind zwar vorbei. 40 Jahre Rock’n’Roll sind an dem Österreicher nicht spurlos vorbei gegangen. Doch auch mit ruhigeren und tiefsinnigeren Liedern schafft es der 61-Jährige auf seinem Stuhl, dem Publikum viel Freude zu bereiten.

„Das Beste vom Besten“, versprach das angekündigte Programm bereits im Voraus. Doch gleich zu Beginn des Konzerts stellte Ambros klar: „Wir haben uns das rausgesucht, was wir am liebsten spielen.“ Wer also die alten Gassenhauer erwartete, musste sich mit einem etwas anderen Programm anfreunden. „Es gibt heute keine Greatest Hits“, kündigte die Austropop-Legende an.

Und so war es dann auch. Freilich suchten sich Ambros und seine „No. 1 vom Wienerwald“ aus dem etwa 400 Lieder großen Repertoire dennoch auch Lieder aus, bei denen es bereits nach den ersten Takten begeisterte Rufe aus dem Publikum gab. „Du bist wia de Wintasun“ etwa oder auch „Baba und foi ned“, das Ambros seinem verstorbenen Kollegen Georg Danzer widmete.

Auch in Erinnerung an Danzer folgte der emotionale Höhepunkt des Konzerts. „Heite drah i mi ham“, ein nachdenkliches Lied, das von Selbstmord handelt und das Danzer einst Ambros überlassen hatte. Von Nebelschwaden eingehüllt färbte das Licht die Bühne blutrot. Kein Mucks im Publikum, nur Gänsehaut und gerührte Gesichter. Und genau Momente wie dieser sind es, wegen denen die Fans Ambros trotz seines angeschlagenen Gesundheitszustandes lieben und verehren. 

Zum Abschied gab es „A Mensch mecht i bleib’n“. „I möcht singen und lachen und tun, wos i wü“, heißt es darin. Und genau das tat Ambros auch. Egal, was Kritiker sagen, egal, ob sein Körper noch mitspielt. Er möchte einfach nur auf der Bühne sein und die Menschen unterhalten.

Bei den Zugaben – zweimal kamen Ambros und die Band wieder auf die Bühne – gab es dann endlich ein paar der ersehnten Hits: „Zwickts mi“ und „Die Blume aus dem Gemeindebau“ – klare Selbstläufer, bei denen das Publikum seine Textsicherheit bewies. Schließlich „Skifoan“. Dabei reichten Stichwörter und die musikalische Begleitung – das Singen übernahmen die Fans.

„Für immer jung“, sang Ambros nach 19 Liedern zum Abschluss mit fester Stimme. Die letzte Textzeile des Abends: „Wann du wüst, bleibst immer jung“. Und zumindest im Herzen, so konnte man spüren, will Ambros genau das: jung bleiben und weitermachen.

Von Ursula Gnadl

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