Auch Weilheim profitiert

Zentrum für Altersmedizin wird ausgebaut

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Ärztlicher Direktor Dr. Wilhelm Fischer, Dr. Hans-Christian Sänger (Chefarzt geriatrische Rehabilitation), Sebastian Mühle (Chefarzt Akutgeriatrie) und Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann (v. li.).

Schongau – Gut Ding will Weile haben heißt es so schön. Auf das erst im April 2015 geschaffene Zentrum für Altersmedizin am Schongauer Krankenhaus trifft eher das Gegenteil zu. Das Angebot aus Akutgeriatrie und geriatrischer Rehabilitation wird so gut angenommen, dass es schon jetzt ausgebaut werden soll. Profitieren davon wird auch der Klinik-Standort in Weilheim.

„Ich habe es selten erlebt, dass etwas so schnell so gut angenommen wird“, sagte Thomas Lippmann am Mittwoch im Rahmen eines Pressegesprächs, zu dem der Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer geladen hatte. Schon im Sommer, als das Zentrum für Altersmedizin das erste Überwachungsaudit bestanden hatte, hatte sich Lippmann zufrieden mit der Entwicklung im ersten Jahr gezeigt. Damals deutete er bereits an, dass man darüber nachdenke, die Kapazität in naher Zukunft erweitern zu wollen, sollte das Angebot weiterhin so nachgefragt werden.

Diese Entscheidung ist nun gefallen. Und sie betrifft nicht nur die Klinik in Schongau, sondern auch das Krankenhaus in Weilheim. Dort soll bis Herbst 2017 eine eigene Akutgeriatrie mit 20 Betten entstehen, während in Schongau parallel das Angebot erweitert wird. Dazu zählen mehr Gruppen-Therapien für Patienten und Informations- und Bildungsveranstaltungen für Angehörige sowie mehr Orientierungshilfen für demenzerkrankte Patienten.

„Entscheidend für uns ist eine heimatnahe Versorgung“, begründete Lippmann die Expansion. „Altersmedizin endet nicht in Schongau.“ Gerade für ältere Patienten spiele der direkte Kontakt zu Angehörigen und Bekannten eine wichtige Rolle bei der Genesung, ergänzte Ärztlicher Direktor Dr. Wilhelm Fischer. Für viele stelle jedoch schon die Entfernung Schongau-Weilheim eine unüberbrückbare Hürde dar. Hinzu komme, dass viele Patienten oft nicht stabil genug für einen Transport seien, fügte Sebastian Mühle hinzu.

Der 41-Jährige war bislang als leitender Oberarzt in der Akutgeriatrie in Schongau tätig. Seit 1. November trägt er als Chefarzt die Verantwortung für die Abteilung. Mit seiner Beförderung wolle man das Altersmedizinzentrum personell auf breitere Schultern stellen, erklärte Lippmann. Chefarzt Dr. Hans-Christian Sänger, der bislang beide Bereiche unter sich hatte, wird sich künftig nur noch um die geriatrische Rehabilitation kümmern.

Stillgelegte Bereiche werden reaktiviert

Denn auch hier stehen die Zeichen auf Wachstum. Die vorhandenen 30 Plätze sind fast durchgehend belegt, es gibt eine lange Warteliste. Man plane daher, die Anzahl an Betten sukzessive in den nächsten Monaten zu erhöhen, so Dr. Sänger. Da auch die Innere Medizin steigende Patientenzahlen aufweist, sollen in den vergangenen Jahren stillgelegte Bereiche reaktiviert werden, um den vermehrten Platzbedarf am Schongauer Krankenhaus zu decken.

Das Mehr an Betten geht auch mit einem Mehr an Mitarbeitern einher. Aktuell zählt das Zentrum für Altersmedizin 55 Beschäftigte. In den nächsten zwei Jahren soll die Zahl laut Lippmann auf über 80 steigen.

Christoph Peters

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