15 Festnahmen nach Gewaltausbruch in Suhler Flüchtlingsheim

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In dem überfüllten Flüchtlingsheim in Suhl war am 19. August die Lage eskaliert, nachdem ein 25-Jähriger mehrere Seiten aus einem Koran gerissen und demonstrativ in eine Toilette geworfen haben soll. Foto: Martin Wichmann/Archiv

Suhl (dpa) - Knapp sechs Wochen nach dem Gewaltausbruch in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge im thüringischen Suhl hat die Polizei landesweit 15 Verdächtige festgenommen. Der Großeinsatz laufe seit 6.30 Uhr, sagte ein Polizeisprecher am Morgen.

Die Beamten durchkämmten mehrere Unterkünfte im Freistaat. Genaue Angaben zu den Orten wurden unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht gemacht. Rund 310 Beamte seien an der Aktion beteiligt, hieß es.

Insgesamt sollten gegen 16 namentlich bekannte Verdächtige Haftbefehle vollstreckt werden. Von den 15 bislang festgenommenen Flüchtlingen stimme die Identität bei 14 mit den Suchdaten überein, berichtete der Polizeisprecher. Die Daten eines Verdächtigen müssten derzeit noch überprüft werden. Unter anderem wird ihnen versuchter Totschlag, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch vorgeworfen. Zuvor hatte MDR Thüringen über den Großeinsatz der Polizei berichtet.

In dem überfüllten Flüchtlingsheim in Suhl war am 19. August die Lage eskaliert, nachdem ein 25-Jähriger mehrere Seiten aus einem Koran gerissen und demonstrativ in eine Toilette geworfen haben soll. Sechs Polizisten und elf Flüchtlinge wurden verletzt. Rund 120 Polizisten mussten ausrücken, um den Gewaltexzess unter Kontrolle zu bringen.

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