Ärzte-Streik: Marburger Bund kompromissbereit

Berlin - Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen für die 55 000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern hat der Marburger Bund (MB) weiter Kompromissbereitschaft signalisiert.

Seine Organisation sei bereit, von der bisherigen Fünf-Prozent-Forderung abzurücken. “Aber wir können nicht 2,9 Prozent für drei Jahre abschließen“, sagte der MB-Vorsitzende Rudolf Henke am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Neue Verhandlungen wären dann erst 2013 wieder möglich - ein Zeitraum, den niemand überblicken könne.

Auf die Frage, woher die finanziell klammen Kommunen das Geld für höhere Ärzte-Einkommen nehmen sollen, sagte der MB-Chef, es gebe da “keinen Zusammenhang“: Die Krankenhäuser finanzierten sich auch in kommunaler Trägerschaft wie private oder konfessionelle Krankenhäuser oder Universitätskliniken. Manche Krankenhausträger berichteten von einer Umsatzrendite “bis in den zweistelligen Bereich“. Und zwar jene, “die ihr ärztliches Personal besser bezahlen als die Kommunen“.

Um die gravierendsten Lücken zu schließen, sind Kommunen laut Henke bisher schon bereit, Arbeitsverträge mit Honorarärzten zum vielfachen Stundenlohn eines angestellten Arztes zu schließen. “Wir haben diesen Vergleich vor Augen“, sagte der MB-Chef. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft fehlen derzeit etwa 5000 Ärzte.

dpa

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