Afghanistan: Bundeswehr will Treffen mit Merkel

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Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, fordert einen Afghanistan-Gipfel bei Angela Merkel.

Berlin - Der Bundeswehrverband reagiert auf die jüngste Anschlagsserie und fordert einen Gipfel mit Angela Merkel und allen zuständigen Regierungsvertretern. Dabei soll auch die Truppenstärke überprüft werden.

Nach der jüngsten Anschlagsserie gegen die deutschen Truppen in Afghanistan hat der Bundeswehrverband ein Treffen aller zuständigen Regierungsvertreter unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu dem Thema gefordert. Dabei sollte auch überprüft werden, ob die Truppenstärke noch einmal erhöht werden müsse, bevor man mit dem Abzug beginne, sagte Verbandschef Ulrich Kirsch der “Süddeutschen Zeitung“. “Die Regierung führt zu allen möglichen Themen Klausurtagungen durch, nur bei einem so wichtigen Thema, wo es um Leben und Tod geht, passiert nichts.“

Was dürfen deutsche Soldaten in Afghanistan?

Was dürfen deutsche Soldaten in Afghanistan?

In den vergangenen beiden Wochen waren bei drei Anschlägen in Nordafghanistan vier Bundeswehrsoldaten getötet worden. Merkel und Verteidigungsminister Thomas de Maizière (beide CDU) haben anschließend mehrfach deutlich gemacht, dass ein Kurswechsel in der Afghanistan-Politik nicht in Frage komme.

Die Bundeswehr ist derzeit mit rund 5000 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Die Truppe war im vergangenen Jahr noch einmal aufgestockt worden, um die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte weiter voranzutreiben. Spätestens zum Jahreswechsel soll der Abzug beginnen, wenn die Lage es zulässt.

Kirsch stellte die Abzugsstrategie in Frage. Soldaten im Einsatz hätten ihm gesagt, dass immer noch Soldaten fehlten, um die Ausbildungsziele zu erreichen. Sie verlangten mindestens zwei zusätzliche Ausbildungs- und Schutzbataillone, also an die 1400 Soldaten. “Bevor wir abziehen, müssen wir alles tun, damit die Taliban nicht wieder an die Macht kommen“, sagte Kirsch. “Ich sage, dass dafür noch mehr getan werden muss, und kann dabei nur diejenigen als Zeugen aufrufen, die uns bitten: 'Schickt uns mehr Kräfte, wir sind hier zu wenige.'“

dpa

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