Ahmadinedschad fordert IAEA-Ausschluss der USA

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Iraniens Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei seiner Eröffnungsrede auf der atomaren Abrüstungskonferenz in Teheran.

Teheran - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat verlangt, die USA aus der internationalen Atombehörde IAEA auszuschließen.

Washington habe bereits Atomwaffen gegen andere Länder eingesetzt und den Einsatz weiterer Nuklearwaffen angedroht, sagte Ahmadinedschad am Samstag bei einer atomaren Abrüstungskonferenz in Teheran zur Begründung. Zugleich sprach sich der iranische Staatschef, dessen Land seit Jahren wegen seines Atomprogramms in der internationalen Kritik steht, für die Einrichtung einer unabhängigen Organisation zur Überwachung der weltweiten atomaren Abrüstung aus.

Die Tagung in Teheran sollte eine Gegenveranstaltung zur nuklearen Abrüstungskonferenz in den USA sein, zu der US-Präsident Barack Obama Anfang der Woche eingeladen hatte. In der iranischen Hauptstadt kamen unter dem Motto “Atomkraft für alle, Atomwaffen für niemanden“ Außenminister aus zehn Staaten sowie Experten aus 60 Ländern zusammen. Nach Angaben der Agentur Fars waren auch die Veto-Mächte des UN-Sicherheitsrates mit kleineren Delegationen vertreten. Diese gerieten am Samstag ins Visier von Ahmadinedschad. Es könne nicht sein, dass diese Länder auch das Vetorecht über globale Entwicklungen hätten. Auch könne von ihnen eine ernsthafte nukleare Abrüstung nicht erwartet werden, sagte Ahmadinedschad in seiner Eröffnungsrede.

Beobachter sehen in der Konferenz einen neuen Versuch der iranischen Führung, ihr umstrittenes Atomprogramm als friedlich und ausschließlich zu zivilen Zwecken ausgerichtet darzustellen. Zudem solle Teherans Erzfeind Israel wegen seines nuklearen Arsenals als Bedrohung für den Frieden in der Region an den Pranger gestellt werden. In einer Grußbotschaft an die Konferenzteilnehmer betonte der oberste geistliche Führer im Iran, Ajatollah Ali Chamenei, dass sein Land kein geheimes Nuklearwaffenprogramm betreibe. Nuklearwaffen stünden im Widerspruch zu den Lehren des Islams.

dpa

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