Air Berlin stoppt Freiflüge für Promis

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Berlin - Keine Freiflüge mehr für Promis: Air Berlin stellt zum Jahresende das langjährige Sonder-Flugprogramm für Prominente ein. Ausgewählte Personen konnten jederzeit kostenlos mit der Airline fliegen.

Wie die “Bild am Sonntag“ berichtet, konnten mit der “Counter Card Premium Plus“ mehr als 100 ausgewählte Personen aus Wirtschaft, Sport, Kultur und Unterhaltung und deren Familien damit jederzeit kostenlos mit der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft reisen. Die Entscheidung, das Programm einzustellen, sei vor dem Hintergrund der Neuausrichtung des Unternehmens gefasst worden, sagte Air Berlin-Sprecher Uwe Berlinghoff am Wochenende. Was das Programm im einzelnen umfasste, sagte er aber nicht. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) reagierte am Montag empört auf die Promi-Freiflüge.

"Unfassbarer Skandal"

“Das ist ein unfassbarer Skandal“, sagte SdK-Anlegerschützer Michael Kunert der “Berliner Zeitung“ (Dienstag). Er forderte Air Berlin auf, unverzüglich die Liste der Prominenten offenzulegen, die von den Gratisflügen profitiert hätten. “Die Aktionäre haben ein Recht darauf zu erfahren, wie viel das Programm gekostet hat und wie lange es existiert hat“, sagte Kunert.

Wie das Unternehmen mitteilte, räumte Air Berlin sogenannten Markenbotschaftern “günstige Konditionen“ ein, wenn sie mit Air Berlin fliegen. “Aus Sicht von Air Berlin unterstützen diese Beziehungen eine erfolgreiche Positionierung“ des Unternehmens, betonte er in einer Mitteilung. Laut “Bild am Sonntag“ soll nun die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG klären, ob durch das Programm die Fluggesellschaft und damit deren Aktionäre geschädigt worden seien. Dies wollte Berlinghoff am Sonntag auf Anfrage nicht kommentieren.

Seit 1. September ist Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn Nachfolger des langjährigen Firmenchefs Joachim Hunold, der sein Amt niedergelegt hatte. Air Berlin steuert das vierte Jahr in Folge einen Verlust an. Das Unternehmen hatte jüngst den Sparkurs verschärft und dafür eine Verkleinerung der Flotte und Streckenstreichungen angekündigt. Ziel ist es, das Betriebsergebnis (Ebit) um 200 Millionen Euro zu verbessern.

dpa

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