Aktivisten melden erneut Tote in Syrien

Beirut/Genf - Die syrischen Streitkräfte sind nach Angaben von Aktivisten am Montag erneut gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen und haben mehrere von ihnen getötet.

 Vor Beginn der Razzien in der Umgebung der zentralen Stadt Hama riegelten die Sicherheitskräfte sämtliche Zufahrtsstraßen ab und kappten die Telefon- und die Stromversorgung, wie die Örtlichen Koordinationskomitees (LCC) mitteilten. Mehrere Menschen seien getötet worden, die genaue Zahl sei aber noch unklar. Der Aktivist Mustafa Ossa, der sich in Syrien aufhält, sprach von mindestens fünf Toten.

Der seit sechs Monaten andauernde Aufstand gegen das Regime von Präsident Baschar Assad kostete nach Schätzungen der Vereinten Nationen bisher mindestens 2.600 Menschen das Leben. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, erklärte am Montag, die Zahl basiere auf verlässlichen Quellen vor Ort. Sie äußerte sich am Rande der Eröffnung der Sitzungsperiode des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Die Beratungen werden drei Wochen dauern.

Es wird erwartet, dass das Gremium erneut über die Lage in Syrien beraten wird. Im vergangenen Monat hatte der Menschenrechtsrat nach einer Krisensitzung die Regierung in Damaskus aufgefordert, das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten zu beenden. Pillay zeigte sich am Montag schockiert über die anhaltende Gewalt. “Die Situation in Syrien ist immer noch schrecklich, und ich bedauere es wirklich, dass die syrische Regierung mein Beobachterteam nicht ins Land gelassen hat“, sagte die Hochkommissarin.

Die russische Regierung bekräftigte am Montag ihrer Ablehnung gegen mögliche UN-Sanktionen gegen Assads Regime. Eine Syrien-Resolution des Weltsicherheitsrats müsse sich sowohl an die Regierung als auch an die Opposition richten und dürfe keine Strafmaßnahmen enthalten, sagte Präsident Dmitri Medwedew nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister David Cameron in Moskau. Es gebe keinen Grund für zusätzlichen Druck auf Assad.

dapd

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