Nach Anschlag in Ankara

Türkische Gemeinde warnt vor Gewalt in Deutschland

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Eine Angehörige weint verzweifelt am Sarg eines Getöteten

Ankara - Mindestens 97 Menschen starben am Samstag bei einem Anschlag in Ankara. Nun warnt der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde vor Gewalt auch in Deutschland.

Nach dem jüngsten verheerenden Bombenanschlag in Ankara und einer zunehmenden Eskalation in der Türkei hat der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, vor gewaltsamen Auseinandersetzungen auch in Deutschland gewarnt. "Als (Recep Tayyip) Erdogan Staatspräsident wurde, hat diese Polarisierung in Deutschland angefangen", sagte Sofuoglu dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagsausgabe). "Sobald in der Türkei etwas passiert, gehen die Leute auf die Straße. Und so wie die Stimmung jetzt gerade in der Türkei ist, befürchte ich eine weitere Eskalation auch hier."

Er beobachte, "dass in den sozialen Medien sehr schnell von allen Seiten zu Demonstrationen aufgerufen wird, die gar nicht genehmigt sind", sagte Sofuoglu. Sowohl auf türkischer als auch auf kurdischer Seite entwickelten sich verschiedene Gruppierungen.

So gebe es auf der einen Seite sogenannte Osmanen in Deutschland, die sich als gewaltbereite Verteidiger des Türkentums bezeichneten. Auf der anderen Seite stünden Anhänger von "Apo", die bei Demonstrationen vermummt aufträten und auf ihren Plakaten teilweise von Vergeltung sprächen. "Apo" ist der Kosename seiner Anhänger für den inhaftierten Führer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan. Beide Gruppen seien zwar in der Minderheit, betonte der Chef der Türkischen Gemeinde, fügte jedoch hinzu: "Wehret den Anfängen".

Bei dem Anschlag auf eine Friedensdemonstration in Ankara am Samstag wurden mindestens 97 Menschen getötet, mehr als 500 weitere wurden verletzt. Die türkische Regierung verdächtigt die Islamistenorganisation Islamischer Staat (IS).

AFP

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