Arbeitgeber warnen vor Neuregelungen von Werkverträgen

+
Reinigungskraft in einem Krankenhaus. Die geplante Neuregelungen für Werkverträge und Leiharbeit stoßen bei Arbeitgebern auf erhebliche Kritik. Foto: Daniel Reinhardt/Archiv

Berlin (dpa) - Im Streit um geplante Neuregelungen für Werkverträge und Leiharbeit warnen die Arbeitgeber vor gravierenden Folgen für viele Firmen. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte in Berlin, Betriebe nahezu aller Handwerksbranchen würden für andere Unternehmen Aufträge erledigen.

Diese Geschäfte wären künftig bedroht. "Es geht hier um Hunderttausende von Firmen", sagte Kramer. Besonders umstritten sind Passagen eines ersten Gesetzentwurfs von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD).

Mit Werkverträgen vergeben Unternehmen etwa IT-Dienstleistungen, Catering- und Reinigungsdienste oder den Bau bestimmter Fabrikteile an andere Firmen. Vorgesehen sind Kriterien, die zeigen sollen, wann wirklich ein Werkvertrag vorliegt und wann ein normales abhängiges Arbeitsverhältnis.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach kritisierte: "Der Missbrauch hat zugenommen." Laut DGB gibt es bei Dienstleistungen, der Nahrungsmittelbranche, dem Gesundheitssektor und zunehmend auch bei Metall und Elektro immer mehr Fälle, bei denen mittels Werkverträgen die Löhne von Beschäftigen gedrückt oder Betriebsratsstrukturen zerschlagen werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte angekündigt, dass die Koalition in der Sache schnell und wie im Koalitionsvertrag verabredet vorankommen wolle. Die CSU hatte angekündigt, Nahles' Gesetzentwurf zu Fall bringen oder deutlich ändern zu wollen. SPD-Chef Sigmar Gabriel sieht dadurch die Handlungsfähigkeit der Regierung infrage gestellt. Kramer sagte, er gehe davon aus, dass der Entwurf erst dann weiterverfolgt werde, "wenn dahinter ein Minimalkonsens steht: Damit kann die Wirtschaft leben".

Artikel zu Nahles-Plänen

DGB-Infos zu Leiharbeit

Koalitionsvertrag S. 49

Arbeitgeberposition

DGB-Position

IG-Metall-Betriebsrätebefragung

Meistgelesene Artikel

Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Berlin -  Seine „Ruck-Rede“ bleibt in Erinnerung. Unermüdlich forderte Roman Herzog die Bürger zu Reformen auf. Nun ist der Altbundespräsident im …
Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Washington - Was Donald Trump über Russland und die Nato gesagt hat, ließ in Europa Alarmglocken schrillen. Sein künftiger Verteidigungsminister …
Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Bundestagswahl 2017: An diesem Datum wird gewählt

München - 2017 steht in Deutschland eine Bundestagswahl an. Seit heute steht das Datum fest, an wann die deutschen Bürger den neuen Bundestag wählen.
Bundestagswahl 2017: An diesem Datum wird gewählt

Kommentare