Atom-Transport gestoppt - Sachsen denkt über Schadensersatz nach

Dresden - Aus Sicherheitsgründen stoppte Umweltminister Röttgen den Transport von 18 Castor-Behältern aus Sachsen nach Russland. Nun will die sächsische Regierung den Bund möglicherweise auf Schadenersatz verklagen.

Im Zusammenhang mit dem gescheiterten Transport von DDR-Atommüll nach Russland will die sächsische Regierung den Bund möglicherweise auf Schadenersatz verklagen. Die Staatskanzlei führe Verhandlungen mit dem Bund, sagte die Sprecherin des Wissenschaftsministeriums, Annett Hofmann, am Montag in Dresden auf dapd-Anfrage. Dies werde noch einige Wochen in Anspruch nehmen, um welche Summen verhandelt wird, sagte Hofmann nicht.

Laut der in Chemnitz erscheinenden “Freien Presse“ (Montagausgabe) steht eine Schadenersatzforderung von sieben Millionen Euro im Raum. Diese Summe entspreche den Verlusten, die der Freistaat durch den kurzfristig abgesagten Transport erlitten habe.

Die 18 Castor-Behälter mit hoch angereichertem Uran aus dem ehemaligen DDR-Forschungsreaktor Dresden-Rossendorf lagern momentan im Zwischenlager Ahaus in Nordrhein-Westfalen. Im Dezember sollten sie in die russische Wiederaufarbeitungsanlage Majak transportiert werden. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte den Transport aus Sicherheitsgründen jedoch kurzfristig gestoppt. Sachsen verlangte daraufhin, den Ausfuhrstopp für die 951 Brennstäbe zurückzunehmen.

Gemäß einem internationalen Abkommen muss der einst von der Sowjetunion gelieferte, hoch angereicherte Kernbrennstoff zur Wiederaufarbeitung nach Russland zurückgeführt werden. Die USA und Russland hatten 2004 vereinbart, diese Materialien aus dem Verkehr ziehen, damit sie nicht in falsche Hände geraten. Streitpunkt zwischen Berlin und Dresden ist das Ziel des Transports, die Wiederaufarbeitungsanlage Majak im Süd-Ural. Röttgen hält die Anlage für nicht sicher. Dem widerspricht Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos), die sich durch Gutachten bestärkt sieht.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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