Auch FDP kritisiert Afghanistan-Reise

+
Karl-Theodor zu Guttenberg (l.) reiste mit seiner Frau Stephanie nach Afghanistan

Köln/Passau - Die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Elke Hoff, kritisierte die Afghanistan-Reise von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit seiner Frau Stephanie.

“Ich würde dem Minister zu mehr Zurückhaltung raten und ihm statt dessen empfehlen, die nach wie vor bestehenden Ausbildungs- und Ausrüstungsdefizite bei der Truppe zeitnah zu beheben“, sagte Hoff dem “Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. “Das Letzte, was die Truppe jetzt braucht, ist die Anwesenheit von geschätzten Talk-Show-Moderatoren. Das passt einfach nicht.“

Truppenbesuch: Zu Guttenberg mit Ehefrau Stephanie in Afghanistan

Truppenbesuch: Zu Guttenberg mit Ehefrau Stephanie in Afghanistan

Lesen Sie dazu:

Die Guttenbergs auf Truppenbesuch: "Kein spaßiger Ausflug"

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sagte der “Passauer Neuen Presse“ (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht: “Soldaten im Einsatz zu besuchen, ist im Prinzip immer gut, noch dazu vor Weihnachten.“ Er könne allerdings nicht erkennen, dass dies die Aufgabe von Ministergattinnen ist. Natürlich müsse ein Minister auch in den Medien präsent sein. Der Verteidigungsminister habe jedoch längst die Balance verloren. Wenn jetzt auch noch Talkshows in Afghanistan aufgezeichnet und Bilder für die Regenbogenpresse inszeniert würden, dann dienten die Soldaten nur noch als Kulisse.

Arnold forderte: “Guttenberg sollte sich besser einer inhaltlichen Debatte über seine Reformpläne und den Afghanistan-Einsatz stellen.“ Die notwendigen Mittel für die vom Minister beabsichtigte Bundeswehrreform fänden sich weder in der aktuellen noch in der mittelfristigen Finanzplanung. Zudem werde 2011 ein entscheidendes Jahr in Afghanistan. Ende kommenden Jahres solle die Verantwortung in einigen Distrikten an afghanische Sicherheitskräfte übergeben werden. 2014 solle der Einsatz beendet werden. Die SPD dringe auf Einhaltung dieser Termine. “Wir sollten uns jetzt nicht aus der Verantwortung verabschieden, sondern das Mandat mittragen“, betonte Arnold.

dapd

Meistgelesene Artikel

Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Berlin -  Seine „Ruck-Rede“ bleibt in Erinnerung. Unermüdlich forderte Roman Herzog die Bürger zu Reformen auf. Nun ist der Altbundespräsident im …
Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Washington - Was Donald Trump über Russland und die Nato gesagt hat, ließ in Europa Alarmglocken schrillen. Sein künftiger Verteidigungsminister …
Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Bundestagswahl 2017: An diesem Datum wird gewählt

München - 2017 steht in Deutschland eine Bundestagswahl an. Seit heute steht das Datum fest, an wann die deutschen Bürger den neuen Bundestag wählen.
Bundestagswahl 2017: An diesem Datum wird gewählt

Kommentare