Von der NSA ausgespäht?

Ausgeforschter Student: Staatsanwaltschaft prüft

Karlsruhe/Nürnberg - Laut Medienrecherchen soll er von der NSA ausgespäht worden sein: Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth prüft nun den Fall des Erlanger Studenten Sebastian Hahn.

Der Fall des möglicherweise vom US-Geheimdienst NSA ausspionierten Erlanger Studentenbeschäftigt die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Die Behörde habe Vorermittlungen aufgenommen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Antje Gabriels-Gorsolke. „Wir haben die EDV-Spezialisten gebeten, uns die technischen Vorgänge zu erläutern, damit wir diese in rechtlicher Hinsicht prüfen können.“

Der Betroffene, Sebastian Hahn soll nach Recherchen der Sender NDR und WDR von der NSA ausgespäht worden sein. Der Geheimdienst wollte demnach über ihn an Nutzer des Netzwerkes Tor kommen, das vor Überwachung im Internet schützen soll. Den Medienberichten zufolge ist Hahn nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das zweite namentlich bekannte Opfer der NSA in Deutschland. Hahn betreibt demzufolge einen Server für das Anonymisierungsnetzwerk. Dessen Nutzer landeten in einer speziellen NSA-Datenbank.

Die bayerischen Ermittler arbeiten in Abstimmung mit Generalbundesanwalt Harald Range. Sollte sich bei den Prüfungen der Anfangsverdacht für das Vorliegen einer geheimdienstlichen Agententätigkeit ergeben, werde die Behörde darüber informiert, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Bei einem derartigen Spionageverdacht wäre der Generalbundesanwalt zuständig.

Als mögliches Delikt gilt der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth derzeit jedoch das „Abfangen von Daten“ nach Paragraf 202b des Strafgesetzbuches. Gabriels-Gorsolke betonte, dass es sich nicht um ein Ermittlungsverfahren, sondern um Vorprüfungen handele, für die die Medienberichte Anlass gewesen seien.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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