Rückkehr zu neun Jahren Gymnasium?

Turbo-Abi: SPD macht Front gegen "Zwangs-G8"

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In Baden-Württemberg hat die SPD bereits durchgesetzt, dass an 44 Gymnasien das Abitur nach neun Jahren wieder möglich wird.

Ulm/Stuttgart - Turbo-Abitur nein, Diplom ja: Die baden-württembergischen und die bayerischen Genossen machen bei ihrem Ulmer Treffen bildungspolitische Aufschläge.

Die SPD-Fraktionen in Baden-Württemberg und Bayern haben das neunjährige Gymnasium noch nicht aufgegeben. Bei einem Treffen in Ulm vereinbarten die Fraktionschefs Claus Schmiedel (Baden-Württemberg) und Markus Rinderspacher (Bayern), mit einer Studie die konkreten Auswirkungen des Turbo-Abiturs in acht Jahren auf Familie, Vereine und bürgerschaftliches Engagement untersuchen zu lassen. “Das Zwangs-G8 hat bei vielen Familien dazu geführt, dass der Samstag zum heimlichen Schultag wird“, sagte Schmiedel. Seine SPD hat in Baden-Württemberg bereits durchgesetzt, dass an 44 Gymnasien das Abitur nach neun Jahren wieder möglich wird. Die Unions-geführten Regierungen hatten vor einigen Jahren in beiden Ländern das sogenannte G8 eingeführt.

Die oppositionelle Bayern-SPD will noch weiter gehen: “Wir in Bayern wollen die Oberstufe flexibler gestalten: Schüler sollen Lerninhalte mehr als bisher selbst wählen können und entscheiden, ob sie die Oberstufe in zwei oder drei Jahren durchlaufen wollen“, sagte Rinderspacher. Sein Stuttgarter Kollege Schmiedel dringt ebenfalls schon länger darauf, dass die starre Begrenzung von 44 Schulen aufgegeben wird, doch die Grünen sind dagegen.

Schneller Ausbau der Verkehrsachsen in Süddeutschland

In ihrer “Ulmer Erklärung“ sprechen sich Schmiedel und Rinderspacher außerdem dafür aus, zu prüfen, ob in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern wieder ein Diplom eingeführt werden kann. Das würde bedeuten, dass diese Fächer aus dem Bologna-Prozess mit der Umstellung der Studiengänge auf die Bachelor-Master-Struktur herausgenommen werden müssen. Hintergrund ist aus SPD-Sicht, dass die Übergangsquoten von den Bachelor- in die Masterstudiengänge in diesen Fächern so hoch sind, dass dies auf Dauer zu teuer werde.

Die SPD-Fraktionen forderten zudem Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zu mehr Tempo beim Ausbau der Verkehrsachsen in Süddeutschland auf. Der Bund müsse den wichtigen West-Ost-Verbindungen finanziell und zeitlich Vorrang einräumen. “Der Bund muss seine Gelder künftig dort konzentrieren, wo der Druck am größten ist“, sagte Schmiedel. Der dringend nötige Ausbau der Autobahn 8 stocke vor allem beim Albaufstieg. Die Fraktionen dringen zudem darauf, dass bald die neue ICE-Strecke zwischen Ulm und Augsburg angegangen wird.

dpa

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