Merk fordert Recht auf geheime Geburt

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Fordert ein Recht auf geheime Geburten: Justizministerin Beate Merk

München - Justizministerin Beate Merk (CSU) fordert ein Recht auf geheime Geburt für werdende Mütter, die ihre Kinder nicht haben wollen.

Mütter sollen demnach ihr Kind im Krankenhaus “vertraulich“ zur Welt bringen und zur Adoption freigeben können, wie das Justizministerium am Freitag in München mitteilte. Das Kind soll erst mit 16 Jahren erfahren können, wer die leibliche Mutter ist.

Vollständig anonyme Geburten im Krankenhaus - bei denen die Kinder die Identität der Eltern ein Leben lang nicht erfahren - will Merk ebenfalls legalisieren, aber nur in extremen Ausnahmefällen. Eine Bedingung soll sein, dass die Mutter ein verpflichtendes Beratungsgespräch absolviert hat. Hintergrund ist der Gedanke, auf diese Weise Abtreibungen verhindern zu können.

Mit der “vertraulichen Geburt“ will Merk Frauen in Notlagen die Möglichkeit geben, ein Kind “in der beschützenden Umgebung eines Krankenhauses sicher ohne Angst gebären zu können“, wie es in der Mitteilung hieß. Die persönlichen Daten der Mutter sollen zwar erfasst werden, aber bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres unter Verschluss bleiben.

Gleichzeitig will Merk aber auch die “Babyklappen“ behalten, bei denen Mütter Säuglinge heimlich und unerkannt abgeben können. Merks Vorstoß werde jetzt zunächst in der Staatsregierung mit den anderen Ministerien abgestimmt, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Anschließend könnte daraus eine bayerische Bundesratsinitiative oder ein anderer Vorstoß in Berlin werden.

dpa

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