Beckstein: Merkel kümmert sich nicht genügend um Konservative

+
Vorwürfe aus Bayern an die Adresse der Kanzlerin: Günther Beckstein  und Angela Merkel vor einiger Zeit bei einem gemeinsamen Termin in Deggendorf.

München - In der Profil-Debatte der Union kritisiert Bayerns Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) die CDU-Vorsitzende Angela Merkel. Die Union kümmere sich zu wenig um konservative Themen, so der Vorwurf.

Die Anliegen der Konservativen würden "im Bereich der CDU nicht so berücksichtigt, wie ich es gerne hätte", sagte Beckstein dem Münchner Merkur (Dienstag). Merkel "versucht durchaus, sich auch um konservative Anliegen zu kümmern. Aber leider nicht in der Selbstverständlichkeit, wie das bei Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble der Fall war. Hier spielt die Sozialisation in Ostdeutschland sicher auch eine Rolle."

Beckstein kritisierte die "so massive Verurteilung Thilo Sarrazins" auch durch Unionspolitiker. "Natürlich ist es Quatsch, was er über Erbanlagen sagte. Aber was ich für wichtig halte, ist, dass Sarrazin die Probleme bei der Integration anspricht."

Der langjährige bayerische Innenminister forderte die Union auf, offener und häufiger über den Begriff der Leitkultur zu sprechen. "Ich bedaure, dass der Chor dürftig geworden ist. Wir sollten den Begriff Leitkultur häufiger verwenden. Unser Ziel muss sein, diese Leitkultur zu erhalten und gleichzeitig Respekt vor anderen Kulturen zu haben."

Beckstein beklagte das Fehlen konservativer Repräsentanten in der Union: "Da ist es dünner geworden mit dem Weggang von Koch oder Schönbohm." Als mögliche Nachfolger in solchen Rollen nannte er Wolfgang Bosbach, Volker Bouffier und Stefan Mappus.

Das Risiko einer Parteigründung rechts von der Union hält Beckstein indes für geringer. "Unser Glück ist, dass keine charismatische Person dafür auch nur im Ansatz erkennbar ist. Neue Parteien haben eher Anziehungskraft auf Spinner als auf Seriöse – das haben wir mit Schönhuber, Schill und auch Gabriele Pauli erlebt. Ich rechne also nicht damit. Trotzdem sollten wir gut aufpassen."

Meistgelesene Artikel

Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Berlin -  Seine „Ruck-Rede“ bleibt in Erinnerung. Unermüdlich forderte Roman Herzog die Bürger zu Reformen auf. Nun ist der Altbundespräsident im …
Altbundespräsident Roman Herzog gestorben

Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Washington - Was Donald Trump über Russland und die Nato gesagt hat, ließ in Europa Alarmglocken schrillen. Sein künftiger Verteidigungsminister …
Künftiger Pentagon-Chef warnt Trump vor Putin

Bundestagswahl 2017: An diesem Datum wird gewählt

München - 2017 steht in Deutschland eine Bundestagswahl an. Seit heute steht das Datum fest, an wann die deutschen Bürger den neuen Bundestag wählen.
Bundestagswahl 2017: An diesem Datum wird gewählt

Kommentare