EU berät über einheitliche Strahlengrenzwerte

München/Brüssel - Die Europäische Union berät bereits am kommenden Freitag über die Festsetzung von einheitlichen Strahlengrenzwerten in der EU.

Nach Informationen des "Münchner Merkur" hatte Deutschland sich bereits in der vergangenen Woche schriftlich an die Kommission gewandt und eine Harmonisierung der EU-Grenzwerte für Radioaktivität gefordert. Es handelt sich hierbei um eine gemeinsame Initiative des Bundesverbraucherministeriums und des Bundesumweltministeriums, das innerhalb der Regierung federführend ist bei der Festsetzung der Strahlengrenzwerte.

Ein Sprecher von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bestätigte dem "Merkur" auf Anfrage, dass Deutschland vor dem Hintergrund der Reaktorkatastrophe in Fukushima auf eine rasche Vereinheitlichung der Grenzwerte innerhalb der EU dringe. "Unterschiedliche EU-Grenzwerte in unterschiedlichen EU-Verordnungen sind für die Verbraucher in Europa nicht nachvollziehbar", so der Sprecher. "Auch wenn die Menschen in Deutschland nach übereinstimmender Einschätzung der Fachleute mit den aktuellen Grenzwerten umfassend vor gesundheitlichen Risiken geschützt sind, ist eine Harmonisierung erforderlich." Es sei aus Gründen der Transparenz, der Nachvollziehbarkeit und des behördlichen Vollzugs sinnvoll, sich auf europaweit einheitliche Grenzwerte zu verständigen. Deutschland fordere, dass bei einer Harmonisierung "aus Gründen des vorsorgenden Gesundheitsschutzes" bei Stoffen wie Cäsium oder Jod der jeweils niedrigste, also sicherste Grenzwert anzuwenden sei.

Entstanden war die Diskussion über unterschiedliche Strahlenwerte, nachdem die EU kürzlich eine Durchführungsverordnung in Kraft gesetzt hatte, die für Lebensmittel aus Japan zum Teil höhere Grenzwerte festsetzte als die seit 1987 geltende Tschernobyl-Verordnung der EU, die bei Importen aus bestimmten Staaten strengere Grenzwerte für radioaktives Cäsium vorsieht.

Alexander Weber

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